
Im Bezirk Neumarkt in der Oberpfalz ist die Arbeitslosigkeit im August 2026 saisonbedingt angestiegen. Insgesamt waren 2.337 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 194 Personen beziehungsweise neun Prozent mehr als im Juli.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Zahl jedoch um 77 Personen oder drei Prozent. Die Arbeitslosenquote lag bei 2,9 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats. Vor einem Jahr hatte sie noch bei drei Prozent gelegen.
Fred Gaida, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Regensburg, führt den Anstieg vor allem auf die übliche Sommerflaute am Arbeitsmarkt, die schwache Wirtschaftsentwicklung sowie globale Unsicherheiten zurück. Hinzu komme, dass sich nach dem Ende ihrer Ausbildung viele junge Menschen vorübergehend arbeitslos melden, wenn sie nicht direkt übernommen werden oder sich beruflich neu orientieren. Gleichzeitig seien Unternehmen während der Ferienzeit bei Neueinstellungen traditionell zurückhaltender.
Für September erwartet Gaida wieder ein Rückgang der Arbeitslosigkeit, insbesondere bei jungen Menschen. Aufgrund der weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sei jedoch auch in den kommenden Monaten keine spürbare Belebung des Arbeitsmarktes zu erwarten. Positiv bewertet Gaida die weiterhin hohe Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen.
Rund ein Drittel der Arbeitslosen wurden vom Jobcenter Neumarkt betreut
Von den Arbeitslosen im Agenturbezirk Neumarkt entfielen 1489 Personen auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 848 Personen auf die Grundsicherung für Arbeitssuchende (SGB II). Rund 36 Prozent aller Arbeitslosen wurden damit durch das Jobcenter betreut. Im August meldeten sich insgesamt 630 Menschen arbeitslos, darunter 273 direkt aus einer Beschäftigung. Gleichzeitig konnten 440 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, von denen 147 eine neue Erwerbstätigkeit aufnahmen.
Die Unternehmen der Region suchen weiterhin Personal. Im August wurden 146 neue Stellenangebote gemeldet, 41 weniger als im Vormonat. Insgesamt waren bei der Arbeitsagentur zuletzt 972 offene Stellen registriert. Besonders gefragt sind Arbeitskräfte in den Bereichen Handel sowie Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen, bei sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, im Baugewerbe, im Verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen.
Auch bei den Bedarfsgemeinschaften im Bürgergeld zeigt sich eine leicht rückläufige Entwicklung. Ihre Zahl sank im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent auf 1.353. Insgesamt wurden 1.763 erwerbsfähige Bürgergeldberechtigte betreut, 14 weniger als im August 2025.
Büro und Kfz-Mechatronik liegen bei den Azubis ganz vorn
Auf dem Ausbildungsmarkt waren bis August im gesamten Bezirk der Agentur für Arbeit Regensburg, zu dem neben Neumarkt auch die Stadt Regensburg sowie die Landkreise Regensburg und Kelheim gehören, 2.828 Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle oder ein duales Studium gemeldet. Knapp die Hälfte verfügte über einen Realschulabschluss, 42 Prozent über einen Hauptschulabschluss und fünf Prozent über die Fach- oder Hochschulreife.
Besonders beliebt waren Ausbildungsberufe im Büromanagement, in der Kfz-Mechatronik, als Medizinische Fachangestellte, Industriekaufleute, Verkäuferinnen und Verkäufer sowie in technischen Berufen wie Elektroniker, Mechatroniker oder Industriemechaniker.
Rein rechnerisch kommen 61 Bewerber auf 100 Ausbildungsstellen
Bislang haben sich 2.412 Jugendliche bei der Berufsberatung abgemeldet. Rund 62 Prozent von ihnen begannen eine Berufsausbildung oder ein duales Studium, weitere 22 Prozent setzen ihren schulischen Weg fort. Weitere 0,5 Prozent starteten in ein Studium. 15,5 Prozent der Bewerber beziehungsweise Bewerberinnen nahmen eine Erwerbstätigkeit auf, begannen eine Fördermaßnahme zur Berufsvorbereitung oder leisten gemeinnützige oder soziale Dienste.
Die regionalen Unternehmen im Gesamtbezirk haben bisher 4.671 Ausbildungs- und duale Studienplätze gemeldet, zehn Prozent weniger als vor einem Jahr. Rein rechnerisch kommen damit auf 100 Stellen 61 Bewerber.





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