
Wer auf der Autobahn eine Pause braucht, muss mit unangenehmen Überraschungen rechnen. Das zeigt ein aktueller Test des ADAC, der 50 unbewirtschaftete Rastplätze in ganz Deutschland unter die Lupe genommen hat – mit ernüchterndem Ergebnis. Fast die Hälfte der untersuchten Anlagen (46 Prozent) schneidet „mangelhaft“ oder „sehr mangelhaft“ ab. 2022 war das noch deutlich besser: Damals galten 40 Prozent der Rastplätze als gut, heute sind es nur noch 18 Prozent. Ein „sehr gut“ vergibt der ADAC 2026 kein einziges Mal.
Auch im Nürnberger Umland hat der ADAC genau hingeschaut, dort befinden sich zwei der sieben in Nordbayern getesteten Anlagen: der Rastplatz Auergründel Süd an der A6 zwischen Schwabach-West und Neuendettelsau sowie Offenbau West an der A9 zwischen Hiltpoltstein und Greding. Beide erhalten das Gesamturteil „ausreichend“ – also gerade noch bestanden, aber mit klaren Schwächen.
Beim Rastplatz Auergründel Süd fällt vor allem die Kategorie „Verkehr und Parken“ negativ auf. Schon 2022 fehlten hier befestigte Wege für Fußgänger – daran hat sich bis heute nichts geändert. Wer dort anhält, muss sich den Weg zur Toilette buchstäblich selbst suchen. Beim Rastplatz Offenbau West hält sich das Ergebnis zwar im ausreichenden Bereich, ein Grund zur Entwarnung ist das aber nicht: Auch hier entspricht die Anlage nicht dem, was Autofahrer zu Recht erwarten dürfen.
Das größte Problem beim ADAC-Raststätten-Test: die Toiletten
Bundesweit sind die sanitären Anlagen das schwächste Glied in der Kette. 62 Prozent aller getesteten Rastplätze erhalten in dieser Kategorie die Note „mangelhaft“ oder „sehr mangelhaft“ – und die Toiletten machen mit 50 Prozent den größten Teil der Gesamtbewertung aus. Auch in Nordbayern verzeichnete der ADAC durchgehend mindestens „erkennbare Sauberkeitsmängel“. Fehlende oder defekte Seifenspender und Handtrockner, kaputte Wasserhähne, dauerhaft verschlossene oder verstopfte Toiletten sind vielerorts Realität. Bei zwei nordbayerischen Rastplätzen, Fronberg Süd (A3) und Bärenholz West (A93), wurden die Unisex-Toiletten sogar als „optisch dreckig“ eingestuft. Diese beiden Anlagen erhielten das Gesamturteil „mangelhaft“.
Das deckt sich mit dem, was Autofahrer selbst berichten: In einer Nutzerbefragung, die den Test begleitete, nannten 61 Prozent als Hauptgrund für einen Rastplatzstopp den Toilettengang – schlicht weil es die nächstmögliche Gelegenheit ist. Zudem ist Sauberkeit das wichtigste Kriterium – und gleichzeitig das größte Problem. Kein Wunder, dass 42 Prozent der Befragten (sehr) unzufrieden sind, nur 28 Prozent zeigten sich (sehr) zufrieden.
ADAC-Test für Nordbayern: Drei Rastplätze durchgefallen, vier mit Ach und Krach
Im Überblick zeigt sich für die sieben nordbayerischen Rastplätze ein trübes Bild: Drei Anlagen fallen durch – Fronberg Süd (A3), Mühlbuck West (A7) und Bärenholz West (A93) erhalten die Note „mangelhaft“. Die übrigen vier – darunter Auergründel Süd und Offenbau West – landen bei „ausreichend“. Ein wirklich gutes Ergebnis erzielt in Nordbayern kein einziger Rastplatz.
Einen kleinen Lichtblick bietet Bärenholz West ausgerechnet bei den Außenanlagen: Die Grünflächen waren gepflegt, die Sitzgarnituren sauber, und die Anlage ist effektiv gegen Lärm geschützt – eine der wenigen positiven Ausnahmen im Test. Beim Sicherheitsgefühl punktete Fronberg Süd mit einer gut ausgeleuchteten Gesamtanlage, während Mühlbuck West in dieser Kategorie mit „sehr mangelhaft“ das Schlusslicht bildet.
Die Verantwortung für die Rastplätze liegt bei den Niederlassungen der Autobahn GmbH des Bundes. Der ADAC macht deutlich, was er als selbstverständlich erwartet: saubere und funktionierende Toiletten, eine sichere Gestaltung und eine angemessene Grundausstattung. Das, so der Automobilclub, gehöre zur Grundversorgung – und müsse auf allen Anlagen zuverlässig gewährleistet sein. Der aktuelle Test zeigt: Davon ist man noch weit entfernt.
Der ADAC hat die Rastplätze zwischen dem 13. und 23. März 2026 getestet, jeweils zwischen 8 und 18 Uhr an Wochenendtagen. Bewertet wurden die Kategorien Sanitäre Anlagen (50 %), Außenanlage (25 %), Verkehr und Parken (15 %) sowie Persönliche Sicherheit (10 %).



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