München - Schülerinnen und Schüler schneiden immer schlechter ab und sind immer erschöpfter: Aktuelle Ergebnisse verschiedener Studien sind besorgniserregend. Schuld sind Smartphones, die Schule allein kann das nicht richten, sagt Bayerns Philologenverband.
21.09.2026 11:35 Uhr

Das ist kein guter Start ins neue Schuljahr: Auch das bildungspolitisch stolze Bayern trifft das Ergebnis der Pisa-Studie hart - und das ist nicht die einzige schlechte Nachricht. Laut dem aktuellen DAK-Präventionsradar leiden fast die Hälfte der Fünft- bis Zehntklässler unter Schlafproblemen, und das Stellenmoratorium des Freistaats verhindert, dass zusätzliche Lehrkräfte eingestellt werden können.

Darauf reagiert auch der bayerische Philologenverband bpv und fordert in einer Pressemitteilung „ein entschlossenes Handeln aller Akteure“. Die immer bedenklicher werdenden Zahlen „machen deutlich, dass die Lern- und Leistungsfähigkeit vieler Kinder und Jugendlicher zunehmend in Gefahr ist“. Es bestehe „sicherlich“ ein Zusammenhang mit der steigenden Mediennutzung.

Verband: Schule allein kann die Trendwende nicht schaffen, auch Eltern und Politik sind gefordert

„Junge Menschen brauchen Begleitung in der digitalen Welt, ohne dabei die analoge Welt zu verlieren“, sagt bpv-Vorsitzender Michael Schwägerl. „Es geht nicht um ein Entweder-oder.“ Sondern um altersgerechten und pädagogisch zielführenden Einsatz und sinnstiftende Begleitung. Die wissenschaftliche Studienlage verdeutliche immer mehr, „dass wir digital-freie und vor allem KI-freie Räume brauchen“.

Der Verband machte deutlich, dass eine Trendwende nicht allein durch Schule erreicht werden könne. In Bayerns Schulen erfolgt die Ausstattung mit Tablets erst ab der 8. Klasse, eine private Handynutzung sei bis dahin verboten. Nun müssten Kinder und Jugendliche auch im privaten und familiären Umfeld besser geschützt werden.

Es sei notwendig, dass alle Akteure „gemeinsam an einem Strang ziehen – Schule, Eltern, Politik und Gesellschaft“, um die Bildungschancen junger Menschen zu verbessern, sagt Schwägerl. Er fordert „zeitnah die richtigen Rahmenbedingungen und die notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen“. Vor allem Schulsozialarbeit und psychologische Unterstützung müssten ausgebaut und finanziell abgesichert werden.