
Das ist gar nicht so lustig, wie es sich anhört: Eines Tages begegnet sich Hendrik selber. Er trifft beim Einkaufen im Kiosk auf den älteren Mann, der er in ein paar Jahren sein wird. Die nähere Bekanntschaft mit dem eigenen Ich führt zu komischen Situationen, berührt aber auch das Verhältnis zur eigenen Person, über die man sich nun gar nicht mehr so klar sein kann.
Nicht immer unproblematisch: „Er war viel älter als ich, bewegte sich anders, sprach anders und war doch ich mit jeder Pore.“ Die junge österreichische Autorin Johanna Sebauer hat aus dieser absurden Idee den schönen, verwinkelten Roman „Popóm“ (DuMont) gemacht, in dem Lebensentwürfe und Gewissheiten Seite für Seite durcheinandergeraten: „Ein stilles Verständnis schwebte zwischen uns wie zwischen einem alten Ehepaar.“
Sebauer, die mit ihrer Kurzgeschichte „Das Gurkerl“ beim Bachmann-Preis in Klagenfurt schon erfolgreich war, stellt ihr wunderbar verschrobenes Buch heute, 2.9., in der Buchhandlung Calibri um 19.30 Uhr in Cadolzburg vor (Haffnersgartenstraße 2-4).

Keine Kommentare