
Wieder einmal weilt der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume, in Erlangen, wo er ja mittlerweile ein Büro haben soll. Auch diesmal ist die Errichtung eines Gebäudes für das Uniklinikum Erlangen der Grund für seine Anwesenheit. Denn am sogenannten Nordcampus wird mit dem Spatenstich für das neue Forschungsgebäude Care-Med (Center for AI-Based Real-Time Medical Diagnostics and Therapy) das letzte von fünf Forschungsgebäuden nördlich der Rest-HuPfla angegangen, das, so FAU-Vizepräsident Georg Schett, eine großartige Investition in Zukunft und Forschung sei.
KI, Medizintechnik und Translational Research Center werde das Care-Med einzigartig verbinden und Daten für Präzisionsmedizin bereitstellen. Auch Dekan Markus F. Neurath spricht in seiner Begrüßung von einem außergewöhnlich dichten wissenschaftlichen Umfeld, der bayerische Staatsminister Blume von einem Hotspot für Medizin und Technologie und gratuliert zu diesem „klugen fränkischen Weg“. Der kostet Bayern zwar trotz Bundesfördermitteln etwa 35 Millionen Euro, aber das bisher entstandene Ökosystem habe sich entwickelt, Spitzentechnologie finde ihren Platz.
Die angereiste parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Silke Launert, betont die Wichtigkeit des neuen Forschungsgebäudes, das der Bund mit 21 Millionen Euro unterstützt. Für Erlangens Oberbürgermeister Jörg Volleth ist das ein guter Tag für Uniklinikum, FAU und die Stadt Erlangen, Care-Med erforsche die Zukunft der Medizin.
Care-Med in Erlangen: Kompakte Bauweise mit Skywalk und offenem Atrium
Das Gebäude selbst wird nördlich des Mittelrisalits der alten Heil- und Pflegeanstalt an der Kussmaulallee errichtet, so dass diese Sichtachse verschwinden wird. Wie Jan Knippel, der Leiter des Staatlichen Bauamtes Erlangen, erläutert, wird das Gebäude in platzsparender kompakter Bauweise errichtet, in Passivhausqualität, mit Fassadenbegrünung und PV-Anlage. Als Clou verbindet ein Skywalk die nebenstehenden Gebäude, der in ein offenes Atrium führt. Geplant wurde der neue Forschungsbau von Dewan Friedenberger Architekten GmbH aus München. Dieser soll Ende 2028 fertiggestellt sein.
Mit Care-Med wird erstmals eine integrierte Forschungsumgebung für die versorgungsnahe Erhebung von hochaufgelösten Bild- und Sensordaten sowie ihre Zusammenführung mit medizinischen Versorgungsdaten geschaffen, in der Methoden künstlicher Intelligenz (KI) fest eingebunden sind. Ziel sei es, wie es heißt, insbesondere für Patientinnen und Patienten mit chronisch-degenerativen, entzündlichen und onkologischen Erkrankungen individualisierte Diagnostik- und Therapieprozesse zu entwickeln.
Care-Med in Erlangen: 14-Tesla-starkes MRT kommt in ein anderes Gebäude
Das weltweit stärkste MRT mit einer Magnetstärke von 14 Tesla, das Ministerpräsident Markus Söder kürzlich ankündigte, kommt auch nach Erlangen, aber in ein anderes Gebäude mit dafür anderen baulichen Bedingungen.

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