Nürnberg - Die Immobilienpreise in Nürnberg steigen trotz hoher Bauzinsen und wirtschaftlicher Unsicherheiten weiter. Der aktuelle Immowelt Preiskompass zeigt, dass besonders Einfamilienhäuser von dieser Entwicklung betroffen sind.
10.07.2026 13:55 Uhr

Die Immobilienpreise steigen in fast allen großen Städten Deutschlands, das gilt auch für Nürnberg. Dabei sprechen die Rahmenbedingungen eigentlich gegen diese Entwicklung, wie das Nürnberger Immobilienportal Immowelt betont: Hohe Bauzinsen, eine deutlich verschlechterte Leistbarkeit und wirtschaftliche Unsicherheiten belasten den Markt bereits seit Monaten. Dennoch sind die Angebotspreise von Wohnimmobilien im zweiten Quartal 2026 erneut gestiegen.

Besonders überraschend entwickelt sich der Häusermarkt. Dies zeigt der Immowelt Preiskompass für die Angebotspreise von Bestandshäusern und Bestandswohnungen in Deutschland sowie in den 15 größten deutschen Städten. Nachdem die Preisentwicklung zu Jahresbeginn in mehreren Großstädten noch spürbar an Dynamik verloren hatte, ziehen die Preise inzwischen wieder nahezu flächendeckend an.

In Nürnberg werden Häuser 0,9 Prozent teurer

Bundesweit verteuerten sich sowohl Einfamilienhäuser als auch Eigentumswohnungen zwischen April und Juni um jeweils 1,0 Prozent. In Nürnberg legten die Häuser im zweiten Quartal um 0,9 Prozent und die Wohnungen um 0,7 Prozent zu. Zum 1. Juli 2026 lag hier bei Einfamilienhäusern der Kaufpreis pro Quadratmeter bei 4766 Euro, ein Jahr zuvor waren es noch 4574 Euro. Bei den Bestandswohnungen beträgt der Kaufpreis pro Quadratmeter nun 3688 Euro, im Vorjahr lag er bei 3509 Euro. In München, dem teuersten Wohnungsmarkt der 15 größten Städte, kostet der Quadratmeter bei Häusern aktuell 9083 Euro, bei Wohnungen sind es 8078 Euro.

„Gerade bei Häusern hat sich der Anstieg zuletzt sogar beschleunigt“, sagt Immowelt-Chef Theo Mseka. „Gleichzeitig haben sich die Rahmenbedingungen nicht verbessert – im Gegenteil. Angesichts hoher Finanzierungskosten und einer erschwerten Leistbarkeit dürfte es für den Markt zunehmend schwierig werden, die aktuelle Dynamik aufrechtzuerhalten.“ Eine mögliche Erklärung für die Preisanstiege ist das weiterhin knappe Angebot. Der Neubau liegt seit Längerem deutlich unter dem Bedarf und auch die Zahl der Fertigstellungen ist zuletzt weiter gesunken. Immerhin: Die Baugenehmigungen ziehen langsam wieder an.