
Vor 50 Jahren stellte die Deutsche Bundesbahn den planmäßigen Nahverkehr zwischen Ebermannstadt und Behringersmühle ein. Am 29. Mai 1976 fuhr mit dem Ende des Winterfahrplans der letzte reguläre Zug auf diesem Abschnitt der Wiesenttalbahn. Der Abschied wurde damals zum „Volksfest, bei dem es Tränen gab“, wie lokale Medien vom 31. Mai 1976 schrieben.
Dass die Eisenbahnstrecke heute noch existiert und als Museumsbahn inzwischen unter Denkmalschutz steht, war 1976 keineswegs sicher. Der Verein Dampfbahn Fränkische Schweiz (DFS) hatte sich allerdings bereits zwei Jahre zuvor gegründet. In dem damaligen Zeitungsartikel wurde der Wunsch artikuliert: „Die Dampfbahn muss kommen.“ Zugleich blieb aber Skepsis bestehen, ob der Ebermannstädter Verein die hohen Belastungen für den Betrieb von Strecke und Fahrzeugen tragen könne.
Dampfbahn Fränkische Schweiz lockt mit Bubikopf-Lok an Juni-Sonntagen
Nach Angaben der Dampfbahn Fränkische Schweiz ist die Museumsbahn heute einer der touristischen Leuchttürme der Fränkischen Schweiz. Sie wird nach wie vor ausschließlich von ehrenamtlichen Kräften betrieben. Zu den Aktiven zählen mittlerweile auch viele junge Männer und Frauen, die erst um und nach dem Jahr 2000 geboren wurden. Sie tragen im wörtlichen Sinne das Feuer weiter und ermöglichen so, die Eisenbahn von gestern auch heute und in Zukunft authentisch zu erleben, schreibt die DFS in ihrer Mitteilung zum Jubiläum. Nicht zuletzt werden im Rahmen der Museumsbahn-Initiative historische Techniken am Leben gehalten.
Die Dampfbahn Fränkische Schweiz verkehrt in der warmen Jahreszeit an allen Sonn- und Feiertagen bis Ende Oktober. Am 7. und 21. Juni spannen die Museumseisenbahner wieder ihr zu Reichsbahn-Zeiten gebautes Dampfross der Baureihe 64 vor, das in Franken den Spitznamen „Bubikopf“ trägt. Eine Fahrt mit der Museumsbahn lässt sich am dritten Juni-Sonntag auch mit einem Besuch des Historischen Marktes im Unteren Scheunenviertel von Ebermannstadt verbinden.


Keine Kommentare