
Weg frei für ein neues Stadtquartier rund um die neue U-Bahn-Haltestelle Kleinreuth: Der Stadtplanungsausschuss hat am Mittwoch, 29. April, den Bebauungsplan „Tiefes Feld Süd“ für den südlichen Teil des Areals als Satzung beschlossen. Damit ist aus Sicht der Stadtverwaltung ein zentraler Meilenstein zur Weiterentwicklung des Gebiets erreicht. Die dortigen Grundstücke können nun neu geordnet, das Areal anschließend erschlossen und bebaut werden. Die Fläche ist bereits seit den 1990er-Jahren als potenzielles Entwicklungsgebiet im Flächennutzungsplan der Stadt Nürnberg vorgesehen.
„Das Quartier wurde nach dem Prinzip ‚Stadt der kurzen Wege‘ geplant und zeichnet sich durch eine hohe räumliche Dichte, eine funktionale Mischung sowie kurze Wege zwischen Wohnen, Arbeiten, Versorgung und Freizeit aus“, so Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich in einer Mitteilung der Stadt.
Am „Tiefen Feld Süd“ in Nürnberg ist Wohnraum für 2900 Menschen geplant
Es entsteht Wohnraum für insgesamt rund 2900 Menschen. Ziel der Kommune ist eine ausgewogene Sozialstruktur durch unterschiedliche Wohnformen und Wohnungsgrößen. Ergänzend sind ein neuer Schulstandort, ein Seniorenwohn- und Pflegeheim sowie Betreuungseinrichtungen für Kinder und das „Bürgeramt West“ geplant.
Ein zentrales Element der Planung ist der Stadteilpark „Tiefes Feld“. Dieser schließt im Süden an die Bebauung an. In unmittelbarer Nähe zum künftigen Wohn- und Arbeitsplatz sollen die öffentlichen Grünflächen wertvolle Aufenthalts- und Spielflächen bieten. Durch fünf öffentliche Grünzüge, sogenannte „Grüne Finger“, die sich von Nord nach Süd durch das Gebiet ziehen, ist der Park eng mit der Bebauung vernetzt.
Die Grünflächen dienen nicht nur der Erholung, sondern sind wichtiger Bestandteil eines laut Stadt bundesweit vorbildlichen Entwässerungskonzepts: „Schwammstadt, Hochwasserschutz und die Stärkung der lokalen Verdunstung zur Verbesserung der klimatischen Situation im Sommer sind in diesem Quartier bis in die kleinste Wohngasse mitgedacht“, so Ulrich. „Darüber hinaus bleibt eine circa 15 Hektar große landwirtschaftliche Fläche erhalten und wird neu erschlossen.“
Im nördlichen Bereich, dem bereits rechtsverbindlichen Bebauungsplan Nr. 4445 A, sind das Quartierszentrum mit Dienstleistungen, passendem Einzelhandel und sozialen Einrichtungen vorgesehen. Quartiersgaragen mit sogenannten Mobility-Hubs sowie ein enges Netz für Fuß- und Radverkehr fördern das autoarme Mobilitätskonzept. Mobility‑Hubs bündeln verschiedene Angebote wie Carsharing, Fahrradabstellplätze und Ladeinfrastruktur und ermöglichen so flexible Mobilität auch ohne eigenes Auto.

1 Kommentar
M95L
...neue Stadtviertel werden heute grundsätzlich anders geplant und gebaut. Der motorisierte Individualverkehr hat keinen Vorrang mehr. Leben ist Veränderung...
01.05.2026 08:34 Uhr