
„Die genossenschaftlichen Institute in Mittelfranken sind und bleiben verlässliche Partner für Unternehmen und Privatpersonen - gerade in herausfordernden Zeiten“, sagt Bezirkspräsident Gerhard Walther anlässlich der Vorstellung der Zahlen für das abgelaufene Jahr. So haben die Volks- und Raiffeisenbanken das Jahr 2025 trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds erfolgreich abgeschlossen. Das operative Ergebnis stieg auf 230 Millionen Euro, ein Plus von 14,5 Prozent. Auch das Ergebnis vor Steuern legte zu und erreichte 204 Millionen Euro (Vorjahr: 173 Millionen Euro).
Die Bilanzsumme der 15 Institute wuchs um 3,7 Prozent auf 20,9 Milliarden Euro, während das Kernkapital auf 2,1 Milliarden Euro zulegte. Die Kernkapitalquote stieg auf rund 16,1 Prozent. Diese Kennzahl zeigt etwa, wie gut eine Bank Verluste abfedern kann. Aufseher wie die Europäische Zentralbank verlangen Mindestwerte, meist über zehn Prozent.
Laut Genossenschaftsverband Bayern geht der Trend zu langfristigen Finanzierungen
Im Kreditgeschäft zeigte sich laut einer Pressemitteilung des Genossenschaftsverbandes Bayern ein klarer Trend zu langfristigen Finanzierungen. Insgesamt wuchs das Kreditvolumen um 4,6 Prozent auf 15,2 Milliarden Euro. Das Firmenkundengeschäft schloss mit einem Plus von 4,3 Prozent. Von einer Kreditklemme könne keine Rede sein, so Gerhard Walther. Allerdings gewinne die Risikobewertung angesichts veränderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen an Bedeutung.
Noch stärker wuchs laut der Pressemitteilung das Privatkundengeschäft, das um 4,7 Prozent zulegte. Haupttreiber waren Wohnungsbaukredite. Walther mahnte jedoch, dass es für die Deckung des Wohnraumbedarfs „deutlich mehr Neubauaktivität“ brauche.
Auch auf der Einlagenseite verzeichneten die mittelfränkischen Volks- und Raiffeisenbanken ein Plus: Die Kundengelder stiegen um 4,4 Prozent auf 16,1 Milliarden Euro. Der Trend zu Wertpapieren hält laut Genossenschaftsverband Bayern an – 2833 neue Depots wurden 2025 eröffnet. Das Provisionsergebnis stieg auf 140 Millionen Euro, der Zinsüberschuss auf 369 Millionen Euro. Die Cost-Income-Ratio (CIR) verbesserte sich auf 56,8 Prozent. Diese Kennzahl zeigt, wie effizient ein Institut arbeitet und misst das Verhältnis von Kosten zu Erträgen. Je niedriger der Wert, desto besser. Eine CIR von 56,8 bedeutet: Für einen Euro Einnahmen gibt die Bank 56,8 Cent aus.
Mit Blick auf die Politik fordert der Bezirkspräsident Bürokratieabbau und wettbewerbsfähige Energiekosten. Das „zarte Pflänzchen der Erholung“ müsse gepflegt werden. Im Zahlungsverkehr sieht Gerhard Walther große Chancen im europäischen Bezahldienst Wero, der bereits von fast 50 Millionen Menschen genutzt wird. Kritisch äußert er sich zum digitalen Euro: „Ein digitaler Euro darf nicht mehr sein als ein digitales Abbild des Bargeldes und keinesfalls die Finanzstabilität gefährden.“

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