
Die Decken in diesem Gerichtssaal sollen Explosionen standhalten: Der Gerichtssaal ist auf dem Gefängnis-Gelände in Stadelheim, der Bau ist gesichert wie der US-Militärstützpunkt Fort Knox. Hier tagt der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts München.
Und vor den Richtern dieses Senats standen auch drei höchst unterschiedliche Frauen aus Franken. Für diese Folge unseres True-Crime-Podcast Abgründe sprechen wir mit Laurent Lafleur. Der Jurist saß selbst jahrelang als Richter im Staatsschutzsenat, zudem verfolgt er als Sprecher der Münchner Strafjustizbehörden öffentlichkeitswirksame Verfahren.
Im Herbst 2025 wurde in diesem modernen, besonders gesicherten Gerichtsbunker das Urteil gegen die Nürnbergerin Hanna S. gesprochen: Als Linksextremistin wurde die Kunststudentin wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und gefährlicher Körperverletzung schuldig gesprochen und zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Sie war im Februar 2023 gemeinsam mit anderen nach Budapest gereist, um dort Angriffe auf Rechtsextreme zu verüben, die dort jährlich aus ganz Europa zum „Tag der Ehre“ die NS-Zeit verherrlichen.
Der Tenor des Urteils: „Gute Gewalt gibt es nicht.“ Wir blicken im Gespräch mit Laurent Lafleur auch auf eine Neo-Nazi-Aktivistin aus dem Nürnberger Land und schließlich auf eine mehrfache Mutter, die als Anhängerin des IS-Terrorstaats von Oberfranken ins Kriegsgebiet nach Syrien gereist ist. Zu ihrem Alltag gehörten Selbstmordattentate und die Ausbildung an einem Sturmgewehr.
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