
Ungewöhnlicher Protest: Unter dem Motto „Rechte latschen gegen rechte Latschen“ hat am 7. September 2026 in Nürnberg ein Spendenlauf gegen das extrem rechte „Team Menschenrechte“ stattgefunden. Angefeuert wurden es ausgerechnet von seinen Gegnern. Denn für jeden von den Teilnehmern gelaufenen Meter gab es Geld für Organisationen gegen Rechtsradikalismus.
Den Läufern wurde auch kulturell was geboten: Kabarettist Matthias Egersdörfer sagte in seiner Rede unter anderem: „Was will das ‚Team Menschenrechte‘? Spalten und Zweifel säen. Es sei auch gesagt: Desinformation ist keine Pressefreiheit.“
Musikalisch umrahmt wurde die Aktion vom Nürnberger Künstler Gymmick, der Songs der legendären Band Ton Steine Scherben darbot, sowie von Max Malve, A-Jey und Sofaritze. An mehreren entlang der Demonstrationsroute der extrem Rechten platzierten satirischen Infoständen gab es „deutsche Bananen“ in Form von Salatgurken, Elektrolyte und weitere Leckereien, die die rechten Läufer zum Durchhalten motivieren sollten.
Extrem rechtes „Team Menschenrechte“ lief unfreiwillig für Opfer rechter Gewalt
Immerhin liefen diese an dem Tag ausnahmsweise für einen guten Zweck, denn für jeden vom „Team Menschenrechte“ gelaufenen Meter erhielt eine wichtige bayerische Initiative für Betroffene rechter Gewalt bares Geld: Am Ende der Veranstaltung wurde Alexander Thal als Vertreter der Beratungsstelle B.U.D. e. V. ein symbolischer Scheck über 22.930 Euro überreicht. Der Betrag wird noch steigen, es kommen noch Bar- und Onlinespenden hinzu.
Organisiert wurde der Spendenlauf von den Nürnberger Initiativen Alerta-Parade, Nürnberger Bündnis Nazistopp, Grantifa und VerLINKung.
Kritik gab es von den Veranstaltern am Ordnungsamt der Stadt Nürnberg: „Jene wollten den Spendenlauf in weite Entfernung vom ,Team Menschenrechte‘ verlegen.“ Erst ein Eilantrag beim Verwaltungsgericht Ansbach habe drei Stunden vor der Veranstaltung Klarheit geschaffen: Der Protest in unmittelbarer Nähe sei zulässig, entschied es. „Wir stellen klar und fordern: Der Kampf gegen demokratiefeindliche und faschistische Kräfte muss auch Aufgabe der städtischen Verwaltung sein!“, so die Initiatoren.

Keine Kommentare