
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt die AfD nach den ersten Hochrechnungen von ARD und ZDF deutlich vorn. Die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei von Spitzenkandidat Ulrich Siegmund liegt bei 44,1 bis 44,5 Prozent. Sie kann ihr Ergebnis mehr als verdoppeln (2021: 20,8 Prozent). Auf Platz zwei steht die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze, die dramatische Verluste verbuchen muss und bei 18,5 Prozent landet (37,1 Prozent).
Die Linke kommt laut den Hochrechnungen auf 9,2 bis 9,4 Prozent (11,0 Prozent). Die Grünen stehen bei 8,7 bis 8,9 Prozent (5,9 Prozent), die SPD bei 8,2 bis 8,8 Prozent (8,4 Prozent).
Das BSW muss mit 4,8 bis 5,0 Prozent um den Einzug in den Magdeburger Landtag bangen. Die FDP scheitert nach den Hochrechnungen mit 2,1 bis 2,4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde (6,4 Prozent).
Knapp 1,7 Millionen Wahlberechtigte durften abstimmen. Die AfD hatte im Wahlkampf wiederholt die Briefwahl als leicht manipulierbar dargestellt und ihre Legitimität angezweifelt. Landeswahlleiterin Christa Dieckmann wies solche Spekulationen zurück.
Eine Neuauflage der bisher in Sachsen-Anhalt regierenden Koalition aus CDU, SPD und FDP ist damit ausgeschlossen. Es war das einzige derartige Bündnis auf Landesebene. Wahrscheinlich ist allerdings, dass die Regierung ihre Amtsgeschäfte noch eine Weile weiterführen wird, denn die Gespräche zur Bildung einer neuen Koalition dürften schwierig werden.
Die AfD strebt eine Alleinregierung an – dafür reichen die Stimmen laut Prognosen aber nicht. Gleichwohl wäre es das beste Ergebnis der Partei bei einer Landtagswahl. Stärkste Kraft war sie bei einer Landtagswahl schon einmal: 2024 in Thüringen.
Von den übrigen Parteien will in Sachsen-Anhalt keine mit der AfD koalieren. Spitzenkandidat Siegmund hatte vor der Wahl eine Minderheitsregierung unter seiner Führung ausgeschlossen.
Eine Minderheitsregierung könnte auch von der CDU geführt werden. Spitzenkandidat Schulze wäre dafür allerdings unter anderem auf Stimmen der Linken angewiesen – ähnlich wie in Sachsen und Thüringen. In seiner Partei gibt es auch Mitglieder, die sich für wechselnde Mehrheiten aussprechen – also auch unter Einbeziehung der AfD. Das dürfte die Linke aber nicht akzeptieren.
Eine Koalition oder vergleichbare Formen der Zusammenarbeit lehnt die CDU laut Bundesparteitagsbeschluss sowohl mit der Linken als auch der AfD für sich ab. Die Linie wird auch als „Brandmauer“ bezeichnet.
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