Ebermannstadt/Pegnitz - Ein besonderer Anblick erwartet Frühaufsteher in Franken: Der Vollmond verschwindet teilweise im Schatten der Erde. Warum sich das Aufstehen lohnt, wann das Maximum erreicht wird und wo die Sicht am besten ist.
26.08.2026 20:00 Uhr

Nach der Sonnenfinsternis folgt das nächste Himmelsspektakel: Am Freitag, 28. August, können Frühaufsteher eine partielle Mondfinsternis beobachten. Dabei taucht der Vollmond am frühen Morgen zunehmend in den Schatten der Erde ein.

Im Gegensatz zur Sonnenfinsternis, bei der der Mond seinen Schatten auf die Erde wirft - er steht zwischen Sonne und Erde und verdeckt die Sonne - ist es diesmal genau anders herum, weiß Frank Fleischmann von der Sternwarte Feuerstein bei Ebermannstadt und informiert darüber in einer Pressemitteilung.

Der Mond ist in den letzten zwei Wochen halb um die Erde gewandert. Somit wirft diesmal die Erde ihren Schatten auf den Mond. Ein Astronaut auf dem Mond würde von seinem Standpunkt aus das Spektakel als Sonnenfinsternis wahrnehmen. Allerdings wird der Mond nicht vollständig verfinstert – deshalb handelt es sich um eine partielle Mondfinsternis.

Trotzdem bietet das Ereignis einen eindrucksvollen Anblick: Beim Maximum der Finsternis befinden sich rund 93 Prozent der Mondscheibe im Kernschatten. Der verfinsterte Bereich kann dabei rötlich oder kupferfarben erscheinen. Ursache ist das rote Sonnenlicht, das von der Erdatmosphäre in den Schattenbereich auf die Mondoberfläche gelenkt wird. Von einem klassischen vollständigen „Blutmond“ kann man nicht sprechen, weil ein kleiner Teil der Mondscheibe außerhalb des Kernschattens bleibt.

Der Wecker sollte früh gestellt werden: Die beste Beobachtungszeit ist vor Sonnenaufgang

Für Beobachter in Franken beginnt das Schauspiel um 3.23 Uhr MESZ. Der Eintritt des Mondes in den kaum wahrnehmbaren Halbschatten ist mit bloßem Auge jedoch kaum wahrnehmbar. Deutlich sichtbar wird die Verdunkelung ab 4.33 Uhr, wenn der Mond in den dunkleren Kernschatten der Erde eintritt.

Das Maximum der Finsternis wird gegen 6.12 Uhr erreicht. Dann sind etwa 93 Prozent der Mondscheibe vom Kernschatten bedeckt. Allerdings hat das Ereignis zu diesem Zeitpunkt einen Haken: Der Mond steht bereits unmittelbar über dem West-Südwest-Horizont und geht in Franken nur wenig später unter. Die besten Beobachtungsbedingungen bieten daher die Stunden zwischen etwa 4.30 Uhr und 5.45 Uhr.

Freier Blick zum Horizint ist wichtig: Wo in Franken lässt sich die partielle Mondfinsternis beobachten?

Die besten Chancen haben Beobachter bei wolkenlosem Himmel an Orten mit freier Sicht zum West- und Südwesthorizont, erklärt Frank Fleischmann. Da der Mond während der Finsternis immer tiefer sinkt, können Häuser, Bäume oder Hügel die Sicht frühzeitig verdecken.

Für die Beobachtung genügt das bloße Auge. Mit einem Fernglas oder Teleskop lassen sich jedoch zusätzliche Details erkennen, etwa die Schattenkante der Erde auf der Mondoberfläche. Eine Sonnenfinsternisbrille ist nicht erforderlich. Mondfinsternisse können gefahrlos mit bloßem Auge sowie mit Fernglas oder Teleskop beobachtet werden.

Die wichtigsten Zeiten für Beobachter in Franken auf einen Blick:

3.23 Uhr: Beginn der Halbschattenfinsternis – kaum mit bloßem Auge wahrnehmbar

4.33 Uhr: Beginn der partiellen Mondfinsternis

ca. 5 Uhr: Der Mond ist bereits deutlich vom Erdschatten bedeckt

ca. 5.30 Uhr: Sehr guter Zeitpunkt für Beobachtung und Fotografie

6.12 Uhr: Maximum – rund 93 % der Mondscheibe im Kernschatten

ca. 6.30–6.35 Uhr: Monduntergang in Teilen Bayerns

Die genauen Zeiten des Monduntergangs unterscheiden sich innerhalb Frankens um einige Minuten.

Verfinsterter Mond sinkt tiefer, Himmel wird heller: Ungewöhnliche Beobachtungssituation

Das Besondere an dieser Mondfinsternis ist die Kombination aus Finsternis und bevorstehendem Sonnenaufgang. Während der Mond immer tiefer sinkt, wird der Himmel gleichzeitig heller. Damit entsteht eine ungewöhnliche Beobachtungssituation: Ein stark verfinsterter Mond steht tief über dem westlichen Horizont, während im Osten bereits die Morgendämmerung einsetzt.

Für Fotografen empfiehlt sich ein Stativ und ein Objektiv mit mittlerer bis längerer Brennweite. Besonders interessant kann der Versuch sein, den verfinsterten Mond zusammen mit einer Landschaft, einem markanten Gebäude oder einem Horizontmotiv aufzunehmen.

Und natürlich gilt, darauf weist Frank Fleischmann zum Ende seiner Pressemitteilung hin, wie immer bei astronomischen Ereignissen: Am Ende entscheidet das Wetter. Ein klarer Himmel ist die wichtigste Voraussetzung.