Neumarkt - Würstchen vom Grill, ernste Gespräche am Rand: Beim Tarif-Fest der NGG ging es um mögliche Veränderungen bei der Neumarkter Lammsbräu. Die Gewerkschaft spricht von einem Warnsignal
18.08.2026 11:10 Uhr

„Wann machen wir den Grill an?“, lautete die wichtigste Frage des Tages beim Tarif-Fest. Doch es ging um mehr als nur ein gemütliches Beisammensein.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat ihre Mitglieder bei der Lammsbräu am Freitag zu diesem After-Work-Event eingeladen. Rund 30 folgten der Einladung. Eigentlich war der Firmenparkplatz als Veranstaltungsort geplant. Doch die Behörden machten einen Strich durch die Rechnung. Der Garten eines Einfamilienhauses gleich um die Ecke musste herhalten. Dort wurde gemeinsam gegrillt und auf den Tarifvertrag der Brauerei angestoßen.

Tarifvertrag wackelt

Denn der steht offenbar auf dem Spiel. Laut NGG-Gewerkschafter Manuel Halbmeier spielen die Eigentümer der Lammsbräu mit dem Gedanken, den Tarifvertrag aufzulösen. Das Tarif-Fest am Freitag sei ein erster Warnschuss. „Wehret den Anfängen“, sagte er.

Dabei betonte Halbmeier, dass die NGG keineswegs automatisch gegen die Geschäftsführung stehe. Das Ziel sei ein friedliches Miteinander. Dennoch erschien die Geschäftsführung trotz Einladung nicht auf dem Fest.

Große Verunsicherung

Betriebsratsmitglied Herbert Wanker, seit rund neun Jahren Teil der Gewerkschaft, kennt die Stimmung in der Belegschaft gut. „Es ist momentan bedrückend. Keiner weiß, wie’s weitergeht“, sagte er. Für ihn bedeutet der Tarifvertrag konkret: Sicherheit, Planbarkeit, 38-Stunden-Woche und 30 Tage Urlaub. Was ihn außerdem wurmt: Zu wenige Kollegen seien Mitglied in der Gewerkschaft. „Wenn’s hart auf hart geht, ist man nicht dabei.“ Er hofft, dass sich noch weitere der Bewegung anschließen. Oder was ihm noch lieber wäre: „Der Tarifvertrag soll erhalten bleiben.“

Käme es tatsächlich zum Austritt, stünden Verhandlungen an – und im schlimmsten Fall Streiks, so Halbmeier. Die Idee hinter dem Fest: Tarif positiv besetzen, zeigen, dass die Belegschaft ihn schätzt und erhalten will. „Und nebenbei trifft man auch noch Leute, die man im Schichtbetrieb sonst kaum sieht“, freute sich Wanker.