Fürth/Nürnberg - Die Polizei war beim 277. Frankenderby mit einem Großaufgebot im Einsatz, auch um ein Aufeinandertreffen von Fans des 1. FCN und der SpVgg Greuther Fürth zu verhindern. Beim wohl heißesten Derby aller Zeiten war auch das BRK gefordert.
15.08.2026 18:27 Uhr

Jubel bei den Club-Fans, Enttäuschung bei den Kleeblatt-Anhängern: Am Samstag, 15. August, ging das 277. Frankenderby über die Bühne, der 1. FC Nürnberg traf im Sportpark Ronhof auf die Spielvereinigung Greuther Fürth.

Bei diesem explosiven Aufeinandertreffen, wie auch bei vorangegangenen Derbys, setzten die Fans wiederholt Pyrotechnik ein - mal leuchtete die Tribüne rot, mal grün. Zu Auseinandersetzungen unter Fans kam es jedoch nicht, wie aus einer Mitteilung des Polizeipräsidiums Mittelfranken hervorgeht.

Auch der Fanmarsch der Kleeblatt-Fans durch die Innenstadt zum Stadion verlief weitestgehend ruhig: Der Polizei zufolge hatten sich im Bereich der Gustavstraße rund 2000 Fans versammelt. Mehrfach seien pyrotechnische Gegenstände gezündet worden, wie Rauchtöpfe und Knallkörper. Verletzt wurde niemand.

277. Frankenderby: Polizei meldet Körperverletzungen

Wie auch bei vorangegangenen Derbys habe die mittelfränkische Polizei im unmittelbaren Umfeld des Stadions erneut auf eine konsequente Fantrennung gesetzt, heißt es. Demnach blieb das Aufeinandertreffen rivalisierender Fans die Ausnahme. Lediglich in einzelnen Fällen mussten die Einsatzkräfte und der Ordnungsdienst einschreiten. Im Zusammenhang mit dem Frankenderby registrierte die Polizei bis zum frühen Abend drei Körperverletzungsdelikte.

Für das Spiel seien mehrere Hundert Beamtinnen und Beamte der mittelfränkischen Polizei sowie der Bayerischen Bereitschaftspolizei im Einsatz gewesen, heißt es. Zu Fuß, mit Streifenwägen, auf Pferden und Motorrädern sicherten sie Wege, Straßen und das Stadion ab. Die Ultras beider Mannschaften kritisierten das Polizeiaufgebot scharf und verzichteten in der Konsequenz sogar auf ihre Choreografien.

Derby 2026 mit weit über 30 Grad in Fürth: Auch das BRK zieht Bilanz

Mit Temperaturen bis 34 Grad im Schatten dürfte es das – im Wortsinn - heißeste Frankenderby aller Zeiten gewesen sein. Ab dem Anpfiff um 13 Uhr waren Teile des Fürther Ronhofs der sengenden Sonne ausgesetzt. Manche Fans mögen sich gefühlt haben wie auf einem Grill. Gemessen daran, so Axel Rupprich, stellvertretender Leiter Rettungsdienst beim BRK-Kreisverband Fürth, der an diesem Tag selbst Rufbereitschaft hatte, seien im mit über 16.000 Zuschauern restlos ausverkauften Stadion vergleichsweise wenige Menschen kollabiert.

Dennoch mussten 17 Patienten vom BRK verarztet werden, 41 Rettungskräfte und drei Notärzte waren vor Ort. Das sagte Rupprich nach der Partie auf Nachfrage. In 16 Fällen habe es sich um Kreislaufzusammenbrüche gehandelt, „vermutlich auch hitzebedingt“. Fast alle konnte das BRK ambulant versorgen, ein Patient musste zur Weiterbehandlung ins Krankenhaus gebracht werden.