Nürnberg - Seit vier Partien hat der 1. FC Nürnberg gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth nicht mehr verloren. Das soll auch am Samstag im 277. Frankenderby so bleiben. Trainer Miroslav Klose warnt aber vor dem „ganz anderen Gesicht“ des Kleeblatts.
13.08.2026 14:45 Uhr

Als sich der 1. FC Nürnberg und die Spielvereinigung Greuther Fürth letztmals gegenüberstanden, stellte sich die Stimmungslage bei beiden Vereinen ziemlich unterschiedlich dar. Während es sich der Club am 32. Spieltag der vergangenen Saison bereits im gesicherten Mittelfeld bequem gemacht hatte, kämpfte das Kleeblatt als Tabellenvorletzter noch verzweifelt gegen den Abstieg. Das 1:1 im 276. Frankenderby sollte den Fürthern letztlich dabei helfen, die dann erfolgreich gemeisterte Relegation gegen RW Essen zu erreichen.

Wenn sich beide Mannschaften nun am Samstag (13 Uhr) nach nur 15 Wochen zum 277. Vergleich erneut im natürlich ausverkauften Ronhof treffen, ist die Saison noch weitgehend unbefleckt und aufgeladen mit mehr oder weniger heimlichen Hoffnungen. Während der FCN mit einem 3:0-Heimsieg gegen Dynamo Dresden einigermaßen furios in die Saison gestartet ist, durfte Fürth beim Bundesliga-Absteiger FC St. Pauli ein ebenso achtbares wie verdientes 1:1 mitnehmen.

Miroslav Klose hat den ersten Auftritt des Nachbarn natürlich mit seinem Trainerteam analysiert und festgestellt, „dass sie schon ein ganz anderes Gesicht haben, eine andere Mentalität, eine andere Einstellung zum Spiel und auch viele Mechanismen, die schon früh in der Saison greifen. Das wird ein gefährlicher Gegner“. Der Weltmeister erwartet deshalb ein „ausgeglichenes, spannendes Spiel, in dem viele Kleinigkeiten entscheiden werden, weil zwei gute Mannschaften aufeinandertreffen“. Immerhin aber kann Klose für sich in Anspruch nehmen, als Trainer mit dem Club noch kein Derby verloren zu haben. Den zwei historischen Triumphen (4:0, 3:0) in seinem ersten Amtsjahr folgten vergangene Saison zwei Remis (2:2, 1:1). Als persönlichen Lieblingsgegner mag Klose das Kleeblatt aber dennoch nicht bezeichnen, „mein Trainerkollege hat ja gegen uns auch noch nicht verloren“, wie er mit Blick auf die beiden Unentschieden unter Heiko Vogel anmerkte.

1. FC Nürnberg hofft im Frankenderby vor allem auf Torjäger Mohamed Ali Zoma

Die Nürnberger Hoffnungen ruhen am Samstag vor allem auf Top-Torjäger Mohamed Ali Zoma, der mit seinen drei Treffern gegen Dresden bundesweit für Furore gesorgt hat, den Hype um seine Person aber offenbar prima ignorieren kann. „Ich hätte fast gesagt: Er ist so entspannt wie ich“, berichtete Klose schmunzelnd, der Italiener sei nach wie vor „total bodenständig und normal“, habe „richtig gut trainiert“ und könne „den Schwung mitnehmen“. Allerdings erinnert Klose auch an die Prinzipien eines Mannschaftssports: „Wir wissen, dass er momentan einen sehr sehr guten Lauf hat und sehr konstant Fußball spielt, aber das funktioniert nicht ohne Mitspieler, die ihn in Szene setzen. Ich habe noch nie gesehen, dass einer alleine ein Derby entscheidet. Das ist immer der Zusammenhalt und die Kompaktheit der Mannschaft.“

Personell stehen Klose bis auf die beiden Innenverteidiger Styopa Mkrtchyan (Adduktorenverletzung) und Mikayil Faye (Trainingsrückstand) alle Profis zur Verfügung. Auch der norwegische Angreifer Sigurd Haugen hat seinen grippalen Infekt auskuriert und könnte am Samstag erstmals im Kader stehen.


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