Neumarkt - Die Stadt spricht von einer „einmaligen Entscheidung“: Wegen der erwarteten Hitze werden beim Festzug zum Neumarkter Jura-Volksfest weder Pferde noch Esel mitlaufen. In Zukunft könnte es sogar zu einer dauerhaften zeitlichen Verschiebung kommen.
07.08.2026 15:51 Uhr

Der Festzug zum Neumarkter Jura-Volksfest am Sonntag, 9. August, findet aufgrund der Hitze ohne Tiere statt. Das hat die Stadt Neumarkt als Veranstalterin angesichts der Wetterprognose mit Temperaturen deutlich über 30 Grad beschlossen. Wie es in einer am Freitagnachmittag versandten Pressemitteilung heißt, sei die Entscheidung bereits am Donnerstag getroffen worden.

„Wir haben in der Innenstadt noch vier bis fünf Grad mehr am Sonntag zu erwarten, als die Vorhersage derzeit angibt“, wird Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn zitiert. „Unter Beachtung der so kurzfristig nicht mehr änderbaren Rahmenbedingungen des Festzuges haben wir uns im Austausch mit dem ansässigen Veterinäramt in diesem Jahr für einen einmaligen Ausschluss der geplanten Tiere entschieden.“

Vorgesehen ist nun, dass die Ehrengäste anstelle von Kutschen gemeinsam auf einem großen Festwagen mitfahren, der von einem historischen Traktor gezogen wird. Zudem müssen einige Vereine auf die ursprünglich vorgesehenen Kutschen verzichten und Reitergruppen sowie Eselgruppen müssen ihre Tiere zu Hause lassen. Alle eigentlich mit Pferdegespannen geplanten Festwagen werden teilnehmen - nur eben von Traktoren gezogen.

Auch die Zuschauerinnen und Zuschauer sollen besser geschützt werden: Bei der Glossnerbräu, der diesjährigen Festbrauerei, hat die Stadt deutlich mehr Sonnenschirme geordert, die entlang der Marktstraße und am Eingang des Festplatzes aufgestellt werden. Glossner wird auch eine Wasserstation auf Höhe der Rathaus-Apotheke einrichten. Brauereimitarbeitende geben dort gekühlte Getränke an Festzugteilnehmer aus. Die Stadt bittet alle, für ausreichend Sonnenschutz zu sorgen.

Findet der Festzug zum Jura-Volksfest Neumarkt zukünftig bereits in den kühlen Morgenstunden statt?

„Der Festzug ist einer der Höhepunkte unseres Jura-Volksfests. Gleichzeitig tragen wir Verantwortung für alle Beteiligten - insbesondere auch für die Tiere“, heißt es von Ochsenkühn weiter. „Der Schutz und das Wohlergehen der Pferde haben für uns oberste Priorität.“ Man habe den Entschluss mit Augenmaß getroffen. „Wichtig für mich ist: Das ist eine einmalige Entscheidung.“

Die Tradition eines Festzuges mit Pferden und Eseln soll ebenso wie die Pferdeschau in jedem Fall aufrechterhalten werden. Für die Zukunft habe Ochsenkühn mit der Stadtverwaltung bereits eine Verlegung des Festzuges in die kühleren Morgenstunden diskutiert. Er will dies nun mit dem Stadtrat sowie anderen Betroffenen abstimmen. Die Rede ist von „optimierten Rahmenbedingungen“, mit denen weiterhin ein abwechslungsreicher und traditioneller Festzug mit Mensch und Tier abgehalten werden kann.

In diesem Jahr startet der Festzug des Jura-Volksfests noch wie gewohnt um 14 Uhr in der Freystädter Straße und nimmt die bekannte Strecke über die Ringstraße, die Bahnhofstraße, durch die Marktstraße und entlang des Kurt-Romstöck-Rings zum Festplatz.