Nürnberg - Etappensieg im Kampf gegen umstrittenes Nürnberger Neubaugebiet: Der Verwaltungsgerichtshof hat auf Klage des Bund Naturschutz und des Bürgervereins Thon-Wetzendorf-Schnepfenreuth den Vollzug des Bebauungsplans Wetzendorf-Parlerstraße ausgesetzt.
31.07.2026 17:18 Uhr

Schlechte Nachrichten sind für die Stadt Nürnberg derzeit fast schon Alltag: Laut einer aktuellen Mitteilung des Bund Naturschutz, kommt die jüngste Negativmeldung für die Kommune nun aus der Landeshauptstadt. Das oberste bayerische Verwaltungsgericht, der Verwaltungsgerichtshof in München, hat in seiner Entscheidung vom 30. Juli 2026 nämlich den Bebauungsplan 4641 A Wetzendorf-Parlerstraße vorerst außer Vollzug gesetzt.

Den Bund Naturschutz und der Bürgerverein Thon-Wetzendorf-Schnepfenreuth, die aktuell gemeinsam gegen den Bebauungsplan klagen und eine Neubebauung im Wetzendorfer Landgraben um jeden Preis verhindern möchten, sehen die Anordnung der Münchner Richter als ersten Zwischenerfolg. Bis zur Entscheidung in der Hauptsache kann die Stadt nun nicht mehr - wie von den beiden Klägern befürchtet - Fakten schaffen.

Münchener Richter folgen Argumenten der Stadt Nürnberg nicht

So liest sich auch die Begründung des Gerichts, die der BN in seiner Mitteilung zitiert: Angesichts möglicher Schäden für geschützte Rechtsgüter bei Vollzug der Planung, sei der Bebauungsplan vorläufig außer Vollzug zu setzen, „um die Schaffung vollendeter Tatsachen zu verhindern“. Ein weiterer Vollzug des Bebauungsplans, so die Münchner Richter, lasse möglicherweise irreparable Schäden an der Natur befürchten.

Handlungsbedarf sah man beim VGH unter anderem, da im Rahmen der Erschließungsmaßnahmen eine sogenannte Baufeldfreimachung geplant ist. Zuvor soll eine Untersuchung auf Fledermausquartiere erfolgen, in deren Rahmen eventuell gefundene Tiere in Obhut genommen und ihre Höhlungen verschlossen werden. Der Argumentation der Stadt, dass es durch die Inobhutnahme nicht zu naturschutzrechtlich verbotenen Maßnahmen komme, entgegnete das Gericht, dass „den Tieren durch die Fällung der Bäume ihr Quartier dauerhaft genommen wird“.

BN-Vorsitzender Klaus-Peter Murawski zeigt sich zufrieden: „Das ist ein großer Erfolg für den Naturschutz und lässt uns hoffen, dass die Bebauung in Wetzendorf verhindert werden kann. Angesichts der Hitze dieses Jahres brauchen wir dringend einen Versiegelungsstopp.“