
In der letzten Sitzung vor der Sommerpause hat der Neumarkter Stadtrat den Verkauf des Grundstücks am Kanalweg 35 an die Firmengruppe Max Bögl beschlossen. Darüber informieren der Baukonzern und die Stadt in einer gemeinsamen Pressemitteilung.
Das ehemalige Betriebsgelände der Firma Stettner wurde kurz nach der Jahrtausendwende stillgelegt, die bestehenden Gebäude sind seitdem als Lagerräume genutzt worden.
Mehrfamilienhäuser und eine Tiefgarage auf 12.500 Quadratmeter großen Stettner-Gelände in Neumarkt
In Zukunft soll das 12.500 Quadratmeter große Areal - genauso wie die vorhandene Nachbarbebauung - als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen werden. Der Stadtrat hatte im Juli vergangenen Jahres einstimmig den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst. Geplant ist die Entstehung von Mehrfamilienhäusern sowie einer Tiefgarage.
Dem Verkauf vorausgegangen waren umfangreiche Untersuchungen des Geländes aufgrund der vormaligen Nutzung sowie Abstimmungen mit Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt. Auf Basis des erstellten Fachgutachtens zeigt sich die Situation für Max Bögl als technisch und wirtschaftlich beherrschbar, wie es weiter heißt.
Vorgesehen ist, dass die Abbrucharbeiten auf dem Stettner-Areal im kommenden Jahr beginnen. Mitbetrachtet werden muss, dass der auf der Ostseite des Grundstücks vorhandene städtische Hauptsammelkanal erneuert werden soll, wozu die Planungen erst gestartet sind.
Weitere Informationen zum geplanten Wohnbauvorhaben sollen zu gegebener Zeit bekanntgegeben werden. Max Bögl will auch die angrenzenden Nachbarn rechtzeitig über die anstehenden Baumaßnahmen informieren, wie in der Pressemitteilung steht.
Ehemaliges Stettner-Areal in Neumarkt wird von Max Bögl entwickelt: „Gewinn für Neumarkt“
Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn wird zur Nachnutzung des Stettner-Areals so zitiert: „Seit Jahrzehnten ist es im Eigentum der Stadt. Nun haben wir mit der Firmengruppe Max Bögl ein starkes Unternehmen gefunden, das dort die Entwicklung vorantreiben wird.“ Die Perspektive, was auf dem Areal entstehen kann, sei jedenfalls vielversprechend. Ochsenkühn: „Die Verhandlungen mit der Firmengruppe Max Bögl waren intensiv, aber jederzeit auf Augenhöhe und zielorientiert.“
„Jede sanierte Industriebrache ist ein Gewinn für Neumarkt“, wird der Leitende Verwaltungsdirektor Linus Sklenarz wiedergegeben, der Chef der Abteilung für Wirtschaft und Finanzen in der Stadtverwaltung ist. Durch die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und der Firmengruppe Max Bögl werde es gelingen, eine Industriebrache zu revitalisieren und ein lebendiges Wohnquartier in zentraler Lage zu entwickeln.
Johann Bögl, Gesellschafter der Firmengruppe Max Bögl, ist laut der Ankündigung ebenfalls zufrieden: „Das ehemalige Stettner-Areal bietet aufgrund seiner Größe und seiner hervorragenden Lage mitten im Herzen Neumarkts ein unglaubliches Potenzial.“

1 Kommentar
MCB
OB Ochsenkühn nennt es „Verhandlungen auf Augenhöhe“. Doch wer lenkt hier wen?
Ein Konzern, der Arbeitsmarkt und Infrastruktur der Region ohnehin dominiert, diktiert zunehmend die Stadtentwicklung. Die Umwandlung der Industriebrache in ein Wohnquartier mag sinnvoll sein. Doch die Umsetzung durch Bögl zementiert eine absolute Abhängigkeit von einem Einzelakteur.
Wenn Verwaltungschef Sklenarz von einem „Gewinn für Neumarkt“ spricht, bleibt die Frage: Für wen primär? Gesunde Stadtplanung braucht Diversität, keinen Ausverkauf. Neumarkt degradiert sich zum reinen Landlieferanten und verliert seine Autonomie. Der lokale Einfluss von Bögl erreicht ein massiv ungesundes Ausmaß.
01.08.2026 08:03 Uhr