
Er prägte wie kein anderer das Gesicht des Kunstvereins Spectrum. Rund zehn Jahre leitete er zusammen mit dem Künstler Klaus-Leo Drechsel die Geschicke des Kunstvereins. Nun ist der Holzbildhauer Uli Hallmeyer am 9. Juli im Alter von fast 70 Jahren in seinem Haus in der Spalter Gänsgasse verstorben. Erst jetzt erreichte uns die Nachricht von seinem Tod.
Eigentlich wollte Uli Hallmeyer schon mit 14 Jahren Musiker werden und den E-Bass zupfen, doch seine Eltern waren strikt dagegen. Hallmeyer ließ sich nicht beirren und beschritt den steinigen Weg, als Künstler seine Brötchen zu verdienen. Zuerst versuchte er es als Zeichner und Druckgrafiker, dann entdeckte er den Werkstoff, der ihn sein Leben lang nicht mehr losließ: Uli Hallmeyer wurde Holzbildhauer.
Arbeiten im Landkreis Roth und darüber hinaus
„Das Schnitzen ist wie eine Droge“, bekannte Uli Hallmeyer in einem Fernsehbeitrag des Bayerischen Fernsehens im Rahmen der Sendung „Wir in Bayern“. Er lebte zuerst in Abenberg, dann schlug er seine Zelte in der Spalter Gänsgasse auf, wo er auch sein Atelier hatte. Im Sommer ging er gerne auf Märkte, dort bot er seine Kunstwerke zum Verkauf an.
Uli Hallmeyer hat Spuren im Landkreis Roth und darüber hinaus hinterlassen, beispielsweise im südlichen Landkreis, in Kammerstein, Nürnberg und Georgensgmünd. Seine riesige Schnitzfigur „Schwarze Madonna“ am Skulpturenweg Georgensgmünd und seine überdimensionale Eule vor der Gmünder Dr.-Mehler-Schule, um nur ein paar Beispiele zu nennen, künden von seinem Können als Holzschnitzer und von seiner Kreativität.
Vom Kunstverein bis zur Beerdigung im Friedenswald
Hallmeyer baute ein riesiges Piratenschiff aus Holz, für das Gmünder Wasserrad-Fest schnitzte er Kanus. Ein langer „Holzwurm“ wurde am Allersberger Spitalweiher im Rahmen des Allersberger Bürgerfestes aufgestellt. Am sogenannten „Leichenweg“ in Allersberg schnitzte Uli Hallmeyer eine Eule in einen abgestorbenen Baumstumpf, der leider nicht mehr existiert. Als Auftragsarbeiten fertigte er Wappen des Landkreises aus Holz an. Eine seiner letzten Arbeiten war eine überdimensionale Hopfendolde.
Im April 1996 wurde Uli Hallmeyer zum 2. Vorsitzenden des Kunstvereins Spectrum gewählt. Von 1999 bis 2007 führte er als 1. Vorsitzender den Landkreis-Kunstverein. 2004 wurde er erneut zum 2. Vorsitzenden gewählt, und Klaus-Leo Drechsel übernahm die Vereinsführung. Eigentlich wollte er schon länger seinen verdienten Ruhestand genießen, aber die Holzschnitzerei ließ ihn nicht los.
Ein Künstler, der den Verein mit Aktionen voranbrachte
Uli Hallmeyer war ein waschechtes, fränkisches und frotzelndes Unikum, einer, der sich immer um seine Vereinsmitglieder gekümmert und mit Kunstaktionen den Verein nach vorne gebracht hat. Hallmeyer nahm kein Blatt vor den Mund, wenn es um Anliegen des Kunstvereins ging. Er war ein Tausendsassa, einer, den man so oft nicht trifft.
Die Beerdigung findet am 7. August in Friedenswald bei Ebermannstadt statt.




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