
Martina Bohnet-Gerber ist am 26. Juli gestorben. Die in Roth lebende Schriftstellerin wurde 67 Jahre alt. Sie verstarb nach schwerer Krankheit. Bohnet-Gerber wurde 1958 in Würzburg geboren. Über Jahrzehnte hinweg beschäftigte sie sich mit dem Thema Garten. Im Jahr 2005 veröffentlichte sie ihr erstes Buch mit dem Titel „Hoffnung wächst auf Rosen“. Der Untertitel lautete „Gedanken, Gedichte und Geschichten über den Garten“. Zuvor hatte sie in zahlreichen Anthologien der Wendelsteiner Schreibwerkstatt mitgewirkt.
Nach Angaben unterschied die Autorin zwischen zwei Formen des Gartens. Sie verstand darunter den wirklichen Garten sowie den Seelengarten, der in Menschen innewohnt und gepflegt werden sollte. Unter dem Motto „Gartenlust“ führte Bohnet-Gerber Zuhörerinnen und Zuhörer in der Rother Villa Augusta mit eigenen Texten, Gedichten und Geschichten in die Welt des Gartens ein. Bohnet-Gerber war eine Liebhaberin historischer und alter Rosensorten. Sie war zeitweise Mitglied der ehemaligen Rother Autorengruppe „Sonderzeit“. Sie setzte sich mit den Seelenzuständen des von der Natur entfremdeten Menschen auseinander.
Von der Rose zur Philosophie – Bohnet-Gerber verbindet Naturbeobachtung mit Textwerk
Ihre Beschäftigung mit der Natur, mit der Welt der Rosen und Pflanzen, gab ihr Impulse für poetische Texte und Gedichte. In Erlebnisvorträgen stellte Bohnet-Gerber unter anderem den Garten von Professor Dr. Karl Foerster aus Potsdam, der von 1874 bis 1970 lebte, vor. Sie nutzte reichhaltige Literatur, Bildmaterial und reale Gegenstände für ihre Präsentationen. Im Oktober 2011 referierte sie über „Besondere Gärten und ihr Geheimnis“. Bekannt wurde Bohnet-Gerber auch durch philosophische Publikationen, die sie gemeinsam mit dem Schwabacher Schriftsteller Günter Baum herausgab.
Im Jahr 2017 verschickte sie sogenannte „Textblätter“ mit nachdenklichen Texten an ihre Leser. 2023 veröffentlichte Bohnet-Gerber das Buch „Dem Lotus entgegen“. Das Werk war geprägt von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, philosophischen Gedanken und Ausflügen in das Reich der Poesie. Ihre philosophischen Betrachtungen waren frei von Pessimismus. Sie legte den Finger in die Wunden der Zeit. Die Fülle ihrer Texte bot Denkanstöße über das Leben. Viele ihrer Einsichten und Überzeugungen entsprang einer intensiven Beschäftigung mit dem, was Menschen Leben nennen. Bis zu ihrem Tod absolvierte Bohnet-Gerber ein Fernstudium Literatur. Ein geplantes neues Buch stand kurz vor dem Abschluss.



Keine Kommentare