Dietenhofen - Noch zwei Tage! Das Inventar des geschlossenen Playmobil-Werks in Dietenhofen wird versteigert – 734 Posten ab einem Euro, darunter Sammlerstücke und Industrietechnik. Die Auktion endet am Mittwoch, 29. Juli.
27.07.2026 18:28 Uhr

Schnell sein lohnt sich: Wer ein Stück fränkische Spielzeuggeschichte ersteigern möchte, hat nur noch zwei Tage Zeit. Auf der Online-Auktionsplattform restlos.com läuft noch bis Mittwoch, 29. Juli 2026, die Versteigerung des kompletten Inventars des ehemaligen Playmobil-Werks in Dietenhofen im Landkreis Ansbach. Dann fallen die ersten Zuschläge – um 8 Uhr morgens.

734 Posten kommen unter den Hammer, alle zu einem Startpreis von einem Euro. Was die Auktion unter dem nüchternen Titel „Standortauflösung eines bekannten Spielwarenherstellers“ verbirgt, ist eine bunte Mischung aus Industrietechnik und nostalgischen Raritäten: Gabelstapler, Werkbänke und Schwerlastregalanlagen stehen ebenso im Angebot wie Sammlerstücke, die Playmobil-Fans aufhorchen lassen.

Schlusspunkt einer traurigen Entwicklung bei Playmobil

Highlight der Versteigerung sind zwei lebensgroße Playmobil-Figuren, die einst als Desinfektionsmittelständer dienten – sie sind aktuell bei knapp 2000 Euro angekommen, rund 80 Bieter kämpfen darum. Auch eine Playmobil U.S.S. Enterprise und ein originaler Playmobil-Aufsteller sind im Rennen.

Für Dietenhofen ist die Auktion der bittere Schlusspunkt einer traurigen Entwicklung. Im Februar 2026 erfuhr die Belegschaft auf einer außerordentlichen Versammlung, dass das Werk schließt. Als Grund nannte die Konzernleitung der Horst Brandstätter Group massiv gestiegene Produktionskosten in Deutschland, die die internationale Wettbewerbsfähigkeit gefährdeten. Am 30. Juni 2026 schlossen sich die Werkstore endgültig – nach fast sechs Jahrzehnten. 350 Mitarbeitende verloren ihre Jobs und wurden noch vor der Schließung freigestellt.

Mit dem letzten Hammerschlag am Mittwoch endet in Dietenhofen nicht nur eine Auktion. Es endet auch das Kapitel „Made in Germany“ für eine der bekanntesten deutschen Spielzeugmarken – und mit ihm ein Stück fränkische Industriegeschichte.