
Es brennt. Lichterloh. Riesige Flächen gehen in Flammen auf. In Spanien und im Süden Frankreichs. Dort mussten Zigtausende Menschen vor den Bränden fliehen, in Spanien gab es über ein Dutzend Tote und viele zerstörte Häuser.
Eine Katastrophe. Frankreich muss internationale Hilfe holen und bekommt Unterstützung aus der EU, die Regierung in Madrid rief einen „Notstand nationaler Tragweite“ aus.
Waldbrände gab es schon immer, hören wir nun diejenigen sagen, die immer noch felsenfest davon überzeugt sind, dass viel zu viel Bohei um den Klimawandel gemacht wird. Und es stimmt ja: Wälder brennen, wenn es lange trocken ist. Dann reicht eine leichtfertig weggeworfene Zigarette, dann können Mäharbeiten ein Feuer entfachen, auch dann gibt es immer wieder Brandstifter, die einfach gern und fahrlässig zündeln.
Extremwetter forciert die Gefahr solcher Mega-Brände
Aber: Wenn es - und das ist nicht bestreitbar - in den vergangenen Jahren gerade in Europa zu einem heftigen Anstieg der Temperaturen und zu viel mehr Hitzetagen kommt, dann potenziert sich die Gefahr solcher Brände. Sie gehören zu jenem Extremwetter, das der Klimawandel forciert - und dann wird er zusehends häufiger zur Klima-Katastrophe.
Mit Dürre und Bränden, aber auch mit Starkregen, der zuletzt zweimal auch unsere Region teils heftig und folgenreich traf. Zerstörungen an Gebäuden, eine verhagelte oder überflutete Ernte - die Nachrichten sind noch frisch. Und es wird, das ist logisch, nicht das letzte Mal gewesen sein. Die Taktung solcher Extreme verdichtet sich.
Gegen Naturkatastrophen kann man nichts tun. Aber gegen ihre Folgen. Die lassen sich eindämmen - buchstäblich durch den (Aus)Bau von Deichen und Dämmen. Und durch viele andere Schritte einer klugen (und aufwendigen) Politik der Anpassung an die Folgen des längst offensichtlichen Klimawandels.
Gut, dass immer mehr Gemeinden und Städte dies erkennen und entsprechend handeln. Gerade in unserer Region gab es da in den vergangenen Tagen viele Meldungen, die zeigen: Vorausschauende Kommunalpolitiker setzen auf Klima-Konzepte. Ein paar Schlagzeilen: „Cadolzburg will Schwammstadt werden“ - „Im Landkreis Roth beginnt der Weg zur Klimaanpassung“ - „Stadt baut an Hochwasserschutz“ - „Wasser gegen die Hitze“.
Wer nach diesem Sommer immer noch nichts tut, handelt grob fahrlässig
Mit teils neuer Technik lässt sich besser vorhersagen und überwachen, wie sich Wetterlagen entwickeln - Digitalisierung und Drohnen sind da effiziente Helfer für eine rechtzeitige Warnung vor nahenden Gefährdungslagen. Aber all das muss erst einmal angeschafft und finanziert werden. Die Gemeinden allein werden das angesichts ihrer knappen Kassen kaum schaffen. Hilfen von Bund und Ländern wären da wichtig und gut eingesetzt.
Wenn dieser Sommer 2026 eines lehrt, dann dies: Wir haben den seit langem möglichen besseren Schutz vor Hitze und anderen Wetter-Extremen zu lange vernachlässigt. Wer sich nun immer noch nicht darauf einstellt und entsprechend investiert, handelt grob fahrlässig.

1 Kommentar
diresquirrel
Ja, wir brauchen unebene Grünflächen, Ja, wir brauchen mehr Bäume in den Städten. Ja, dafür werden wir Entsiegeln müssen. Ja, das kostet Parkplätze.
Nein, das schadet nicht dem Einzelhandel - der ist schon fast tot.
27.07.2026 09:58 Uhr