Wendelstein - Das Gymnasium Wendelstein engagiert sich mit einer Sammelaktion für ukrainische Schulkinder. Bis 7. August ruft die Schule zur Spende gut erhaltener Ranzen auf, um Erstklässlern in Odessa den Schulbeginn zu erleichtern.
23.07.2026 18:14 Uhr

Wenn aus dem Ende eines Schuljahres ein Anfang für andere wird: Am Gymnasium Wendelstein startete Mitte Juli die Sammelaktion „Schulranzen für die Ukraine“. Die Schulgemeinschaft folgte dem Aufruf der Johanniter-Hilfsgemeinschaften, gut erhaltene Schulranzen und Rucksäcke für Kinder in der Ukraine zu spenden – ein bewusst einfacher, aber wirkungsvoller Akt der Nächstenliebe.

„Ein Ranzen ist mehr als ein Gegenstand – er steht für Struktur, Alltag und die Chance, Schule wieder als sicheren Ort zu erleben“, erklärt die Fachleiterin für Katholische Religionslehre, Maria Teepe, in einer Pressemitteilung. „Viele Kinder in der vom Krieg getroffenen Region um Odessa kehren nach Jahren erstmals in ihre Klassen zurück, oft ohne eigenes Material, ohne das, was andernorts selbstverständlich ist. Genau hier setzt die Aktion an.“

Übergabe zum Schulbeginn und weitere Abgabestelle in St. Nikolaus

Zum ukrainischen Schulbeginn im September werden die Ranzen von Mitarbeitenden des Projekts „New Dawn“ an die dortigen Erstklässlerinnen und Erstklässler übergeben. Wer möchte, kann die Ranzen zusätzlich mit gut erhaltenem Schulmaterial bestücken, etwa mit Federmäppchen, Stiften oder Heften. „Die Schulgemeinschaft will zum Schuljahresende ein Zeichen der Solidarität setzen und Kindern, die oft alles verloren haben, konkret helfen“, so Teepe.

Organisiert wurde die Aktion von der Fachschaft Katholische Religionslehre zusammen mit der Schülermitverwaltung. Die Schülersprecher Sila Etyemez und Maximilian Haas waren von der Idee gleich begeistert und bewarben das Projekt bei den Eltern und vor fast 1000 Mitschülern bei der Schulversammlung. Von Anfang Juli bis zum Schulfest konnten die Ranzen abgegeben werden. Bereits in dieser kurzen Zeit wurden über 50 Büchertaschen gesammelt.

Kirche, Schulen und Vereine können sich beteiligen

Und es werden noch mehr. Denn das Engagement geht über das Gymnasium Wendelstein hinaus: In der katholischen Pfarrkirche St. Nikolaus ist unter der Empore eine weitere Abgabestelle eingerichtet. Auch weitere Schulen in Wendelstein beteiligen sich und arbeiten mit der Kirche Hand in Hand. „Bildung und gelebter Glaube verbinden sich zu einem starken Netzwerk, das Kinder in schwierigen Lebenslagen trägt“, fasst Maria Teepe zusammen.

„Schulranzen für die Ukraine“ will dortige Familien finanziell entlasten, Kindern Selbstständigkeit schenken sowie ein Gefühl von Zugehörigkeit und Normalität vermitteln. Die Johanniter-Hilfsgemeinschaften sorgen dafür, dass die Hilfe direkt vor Ort ankommt. „Wer einen Ranzen spendet, schenkt nicht nur Material, sondern vor allem Mut und Perspektive“, sagt Maria Teepe. „Gemeinsam können Schule und Kirche viel bewirken und aus Wendelstein hinaus ein starkes Zeichen senden, das bis ins ukrainische Klassenzimmer reicht.“

Wer noch Ranzen spenden möchte, kann das bis Freitag, 7. August, tun. Tagsüber ist die Kirche St. Nikolaus täglich geöffnet. Familien, Nachbarschaften, Vereine, Klassen und Pfarreigruppen können unkompliziert beitragen, indem sie gut erhaltene Ranzen aussortieren, reinigen und vorbeibringen. Wer keinen eigenen Ranzen mehr hat, kann den Aufruf im Freundes- und Kollegenkreis teilen oder eine kleine Sammlung organisieren.