Nürnberg - Handballfranken, 8.30 Uhr: Vorbereitungsstart. Training und Testspiele sollen dem HC Erlangen perfekten Halt für die Bundesliga und die Pokal-Tour geben. Wo zeigt sich das Team von Johannes Sellin? Wer testet den HCE-Stand? Wann steigt der Druck?
21.07.2026 19:00 Uhr

Der HC Erlangen ist im Alltag wieder angekommen. Eine gelungene Grundlagenarbeit soll dem Handball-Bundesligisten einen starken Start in die Ende August beginnenden Spielzeit ermöglichen. Worum ging es beim HCE in der Saisonvorbereitung bereits – und was steht im Sommer noch auf dem Programm, in oder außerhalb Handballfrankens und mit welchen Akteuren? Der große Sommer-Überblick.

Sommer beim HCE: Die Saisonvorbereitung läuft also schon?

Genau, seit Mitte Juli. Genauer noch: seit einem sonnigen Montagmorgen in Marloffstein. Der Auftakt geriet ziemlich perfekt, wie ein gemeinsames Frühstück der Mannschaft im Ortsteil Wunderburg verdeutlichte. Ein wenig abnehmen sollte die Freude nach dem Terrassen-Treff, den man in schicken Shorts zum Austausch über die jüngere Freizeitgestaltung nutzte.

Der Urlaub, den die Spieler aktiv gestaltet hatten, war am gleichen Tag vorbei – und der HC Erlangen mit einer Handvoll anderer Bundesliga-Klubs in der Sommervorbereitung angekommen. Die Leistungsdiagnostik rang den HCE-Profis erste Strapazen ab und lieferte Daten. Der Auftakt war gemacht. Und die Basis geschaffen, um in der Vorbereitung auf die elfte Erstliga-Spielzeit konkreter zu werden.

Sommer beim HCE: Ziele, Rückflugtickets und Saisoneröffnung

Über die Ziele für die bevorstehende Spielzeit sprach die Mannschaft bei ihrer ersten Zusammenkunft kaum. „Ein konkretes Saisonziel wurde noch nicht formuliert. Dieses Frühstück war einfach dazu da, vor den verschiedenen Terminen und dem ersten Training als Team mal komplett zusammen zu sein“, berichtete Marek Nissen nach dem Treff im Umland glaubwürdig.

Die Erinnerung an eine auch für ihn ambivalente Vorsaison hat der Bora-Bora-Rückkehrer im Südpazifik gelassen, der auskurierte Muskelbündelriss verpasste ebenso den Flieger. „Es wurde vor allem vom Sommer erzählt, jetzt noch gar nicht so viel übers Sportliche“, wiederholte der zweitbeste HCE-Werfer der Vorsaison (131 Tore).

„Am Ende so einer Saison ist man wie in anderen Berufen ganz froh, wenn man in den Urlaub gehen kann und die ganzen Gesichter eine Zeitlang nicht mehr sieht. Nach spätestens fünf Wochen freut man sich aber dann schon sehr, alle wiederzusehen. Das hat man uns, glaube ich, auch angesehen.“ Zustimmung!

HC Erlangen - GWD Minden
<p>Wiedersehensfreude? Nach einer langen Saison und einer für den Kopf und den Körper wohltuende Pause freut sich Marek Nissen (rechts) darauf, mit den Kollegen bald wieder lautstark zu jubeln.</p> © Sportfoto Zink / Daniel Marr

Am Samstag, 15. August, werden ab 12 Uhr die Vorhaben für die zehnte Erlanger Erstliga-Saison in Folge auf dem Schlossplatz auf jeden Fall präsentiert. Die Saisoneröffnung beantwortet traditionell (fast) alle Fragen zum Handballclub in angenehmer Atmosphäre. Kabinengeheimnisse, neuer Haarspray-Wart und in die Menge geschossene HCE-Bekleidung inklusive. Dass Marek Nissen und der Fünfzehnte der Vorsaison den Abstiegsplätzen erneut weitmöglichst fernbleiben wollen, darf als Aussage im Wohnzimmer der Stadt angenommen werden.

Einige Plätze über Rang 15 wären für Bayerns einzigen Bundesligisten normalerweise zuletzt schon drin gewesen. Normal waren die brutalen Verletzungsprobleme aber nicht, die den Blick auf die schönen HCE-Eindrücke der ersten Saisonhälfte am Ende anhaltend versperrten.

Sommer beim HCE: Warmwerfen in der Karl-Heinz-Hiersemann-Halle

Frische Eindrücke gab es für Erlangens Fans unlängst in Erlangen. Am dritten Juli-Samstag öffnete der HCE die Tore seiner Handball-Heimat. Ein öffentliches Training in der Karl-Heinz-Hiersemann-Halle bot die Möglichkeit, die Erstliga-Profis bei der Einarbeit zu sehen und Eindrücke in der Nahdistanz zu sammeln. Die Nähe zum eigenen Anhang, die in der Vorsaison am Bundesliga-Standort Nürnberg auch Zuschauer-Bestwerte erklärte, lebten die wieder genesenen Sander Øverjordet und Marek Nissen wie auch Christopher Bissel im 21. HCE-Jahr im Anschluss vor. Für die drei Sommerzugänge galt bei weit weniger KHHH-Erfahrung das Gleiche.

Drei Neuzugänge beim Handballclub: Aus Frankreichs StarLigue…

… hat man mit Rubens Pierre einen Torwart-Hünen nach Handballfranken gelotst. Als Transfercoup darf man das Engagement des 2,03-Meter-Mannes durchaus verstehen, der im Juni zum besten Torhüter der französischen Eliteliga gewählt wurde. Die massive Präsenz, die der 27-Jährige bei Tremblay Handball davor hatte und die auch gegen Paris Saint-Germain durchschlug, fand über das Nachbarland hinaus Anklang. Das Interesse an ersten HCE-Fotos mit dem sympathischen Franzosen begründete die Vorgeschichte ebenso.

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<p>Bitte lächeln: Keeper-Zugang Rubens Pierre hatte beim öffentlichen Training des HC Erlangen in der Karl-Heinz-Hiersemann-Halle sichtlich gute Laune.</p> © HC Erlangen

Die Rubens-Pierre-Daten krachen ordentlich: 95 WM-Paraden für Guinea, 21 davon gegen Ungarn, beeindruckten 2025 bereits und ebneten dem früheren französischen Nachwuchs-Nationaltorwart den Weg zurück ins Tor der großen Handball-Nation. Ab 2028 ist die Tür abseits von Freundschaftsspielen offen.

Weitere Bewerbungsvideos sollen fortan in der besten Handball-Liga der Welt gedreht werden. Profitieren davon würde auch der HCE. Der prominente Schlussmann kann das Niveau im Tor mit seiner Qualität, Spiele zu entscheiden, noch einmal mächtig anheben. Ein Widerspruch zwischen starker Keeper-Qualität und vergleichsweise schwachen Quoten zeigt sich beim HCE seit Jahren. Das Trio mit Pierre, Tin Herceg und Khalifa Ghedbane soll das Paradoxon endgültig auflösen.

Drei Neuzugänge beim Handballclub: Eine Führungskraft des Bergischen HC…

... ist seit Vorbereitungsstart in Rot und Blau aktiv. Dass die Verpflichtung von Eloy Morante Maldonado dem HCE an beiden Enden des Feldes Vorteile bringt, ist so vorgesehen und absolut vorstellbar.

Der spielstarke Rückraumlinke ist in der zurückliegenden Bundesliga-Saison beim BHC gereift, den er als zielsicherster Zweitliga-Schütze mit 229 Toren ins Oberhaus zurückgeworfen hatte. Auf seine angestammte Rückennummer muss der 28 Jahre alte Wermelskirchener, der mit Hannah Nitsche, Dyn-Moderatorin und langjährige Partnerin, in Franken heimisch wird, verzichten. Die 33 von Nikolai Link wird beim HCE nicht mehr vergeben, mit der 22 auf dem Trikot startete die Zusammenarbeit mit dem Antreiber dennoch vielversprechend.

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<p>Ebenfalls gut drauf: Eloy Morante Maldonado vermittelte beim Heimatbesuch der Erlanger Erstliga-Profis ebenso einen fröhlichen Eindruck.</p> © HC Erlangen

Morante Maldonados Rechtshänder-Repertoire ist umfangreich: Offensiv orchestriert er aus der Zentrale, bricht durch oder entwickelt Torgefahr aus dem linken Rückraum. Auf den defensiven Halbpositionen packt der Neuzugang anständig zu. Beim Final Four im April wurde der kampf- und abschlussstarke Strukturgeber mit spanischen Wurzeln in seinem vergrößerten Kölner Wohnzimmer für Magdeburg zum Schreckgespenst. Nach einer Syndesmoseverletzung war er davor bereits erfolgreich in den Erstliga-Abstiegskampf zurückgekehrt.

Als Zwei-Wege-Spieler bringt Morante Maldonado neben Entlastung mehr taktische Optionen. Dass es eine gute Idee ist, die frühere DHB-Nachwuchskraft nicht mehr als Gegner zu haben, zeigte auch das Duell mit dem BHC-Anführer im September. Beim Erlanger Auswärtserfolg in Wuppertal setzte Morante Maldonado den Gästen lange Zeit mächtig zu und netzte gegen seinen künftigen Arbeitgeber bei hoher Aktivität neunmal.

Drei Neuzugänge beim Handballclub: Ein Linkshänder aus Liga zwei…

… komplettiert die Reihe der erfolgreich angeworbenen Profis. Das Schreckgespenst-Etikett hat Frieder Bandlow ebenfalls auf der Stirn. Im November erschütterte der Günzburger klassenhöhere Gäste beim bitteren Pokal-Aus in Nordhorn mit elf Buden. 200 Saisontreffer hatten den Abschlussexperten aus Bayerisch-Schwaben davor schon zum drittbesten Torschützen der Zweiten Liga gemacht. Der inzwischen 25-Jährige ist ein smarter Typ, der das Angriffsspiel als Rückraumrechter, aus der Mitte oder auf der Außenbahn beleben kann - und wie Morante Maldonado engagiert verteidigt.

Anders als Morante Maldonado muss sich die Linkshänder-Option nach seinem Wechsel von Nordhorn-Lingen die Erstliga-Luft noch etwas gewöhnen. Daran, dass dem Zugang vom Zwei-Städte-Team die Akklimatisierung gelingt, arbeitete man schon in der Hiersemann-Halle. Ein schweres Oberschenkel-Hämatom, bei Nordhorn-Lingen im Saisonfinale kassiert, spielte in Erlangen kaum noch eine Rolle. Frohe Signale sendete die traditionell dort strapazierte Platte ohnehin: Marek Nissen und Sander Øverjordet nach überwundenen Wurfhandproblemen mischten beim flotten Aufgalopp ebenfalls mit.

Sommer beim HCE: Wer im Erlanger Trikot dabei war – und wer noch nicht

Kurz nach 12 Uhr begann sie dann, die Selfie- und Autogrammjagd mit dem roten und blauen H und C auf der Brust in der Karl-Heinz-Hiersemann-Halle. Der aktuelle Profi-Jahrgang hatte davor frische Spuren auf dem mattblauen Hallenboden hinterlassen, der 2014 den Weg zum ersten Bundesliga-Aufstieg und 2025 zum Meister-Coup der U19 ebnete.

Andri Rúnarsson war beim quietschfidelen Auftakt ebenfalls dabei. Der Isländer, der kurz vor dem Liga-Auftakt 24 Jahre alt wird, dosierte die Trainingsinhalte noch. An einer für den Erfolg wesentlichen Übung beteiligte sich Rúnarsson aber, jagte die Bälle mit maximaler Präzision in den Giebel. Eine gemeine Adduktoren-Problematik verwehrt dem Wirbelwind seit Monaten das stärkere Durchfegen in Bundesliga-Hallen. Während akkurate Ausfallschritte bei Rúnarssons individuellem Training den sauberen Toren glichen, beobachtete Tim Gömmel die Kollegen vom Seitenrand. Nach seiner Schulterverletzung dürfte der Rechtsaußen bald jedoch ins Training zurückkehren.

„Wir gehen davon aus, einen Großteil der angeschlagenen und verletzten Spieler in der Vorbereitung wieder zur Verfügung zu haben“, hatte Sportmanager Ole Rahmel im Vorfeld bereits erklärt. Ein Abschluss wäre das gleichermaßen mit der Vorsaison, in der dem Handballclub wichtige Spieler auch im letzten Saisondrittel in schrecklich großer Anzahl fehlten.

HC Erlangen - GWD Minden
<p>Minden hat es hinter sich: Beim Heimspiel gegen den späteren Absteiger übertraf sich der oft grandiose Viggó Kristjánsson mit 16 Toren selbst.</p> © Sportfoto Zink / Daniel Marr

In welcher Form die Wiederverfügbarkeit auch für Viggó Kristjánsson gilt, war an der Schillerstraße noch nicht absehbar. Auf dem Hallenviereck im Erlanger Osten suchte man Erlangens stärkste Offensivkraft (137 Tore und 71 Vorlagen) so erfolglos wie Hans Lukas Willax, der sich mit der deutschen U20 am Donnerstag davor in Rumänien aus dem Medaillenstreit bei der EM verabschiedet hatte.

Wann Viggó wieder glänzen kann, bleibt schwer vorherzusagen. Dass er den HCE erst nach dem Saisonstart wieder besser macht, ist wahrscheinlich. Der Unterschiedsspieler, der das Offensiv-Niveau in den vergangenen anderthalb Jahren enorm anhob, schließt in der vierten Juli-Woche die Reha in Donaustauf nach seiner Knie-OP ab. Wann er wieder angreift, wird immer wieder neu bewertet.

Weitere Fortschritte bestimmen Kristjánssons Fahrplan in Absprache mit der medizinischen Abteilung. Dank renommierter Zugänge, hoher Fachkenntnis und einer zielgerichteten Koordination sollen die Räder auch in ihr nun besser ineinandergreifen.

Weitere Neuzugänge sind der Däne Michael Jacobsen, der die Co-Trainer-Stelle von Matthias Obinger übernommen hat, und der ehemalige kroatische Nationaltorwart Dragan Jerkovic, der die HCE-Torhüter als Torwarttrainer beim Zusammen-Besser-Werden fortan unterstützt.

Sommer beim HCE: Nicht mehr an HCE-Bord sind...

... die langjährigen Publikumslieblinge Antonio Metzner (GWD Minden) und Hampus Olsson (Lugi HF). Während Milos Kos bei Partizan Belgrad nun spielt und Torwart-Routinier Dario Quenstedt in den Keeper-Ruhestand zurückgekehrt ist, hat man Rückraumtalent Lars Genz an den VfL Eintracht Hagen verliehen. David Sehnke, der beim Saisonabschluss in Stuttgart für etwas frischen Wind noch sorgen konnte, wurde an den TV Hüttenberg abgegeben.

Sommer beim HCE: Kitzingen, S-Cup und gegen Bietigheim in Roßtal

Der sommerliche Fahrplan verspricht trotz intensiver Einheiten eine wetterfeste Vorbereitung: Ob Wind in Unterfranken oder Hitze im Schwarzwald, die Frühform der Erlanger Bundesliga-Auswahl soll bis zum Pflichtspielstart bestmöglich sitzen. Spielerisch geht es für den Handballclub der Metropolregion am Samstag, 25. Juli (16 Uhr), in der Kitzinger Sickergrundhalle gegen den TV Marktsteft los. Das Duell mit dem Oberligisten dient als zuschauerfreundlicher Höhepunkt zum 100-jährigen Bestehen der unterfränkischen Handballabteilung. Nur eine Woche später, am Samstag, 1. August (18 Uhr), warten die nächsten Feierlichkeiten: Zum 80. Abteilungsjubiläum des TV 1860 geht es in Gunzenhausen gegen den österreichischen Erstligisten Handball Tirol - und dabei vermutlich auch schon etwas intensiver zur Sache.

Im Trainingslager-Modus folgt vom 7. bis 9. August der traditionsreiche S-Cup in Altensteig. Zum hochkarätigen Starterfeld der 31. Turnier-Auflage im Nordschwarzwald gehören neben dem TVB Stuttgart und Aufsteiger Balingen auch die Profis von Frisch Auf Göppingen, die man Ende August zum Liga-Start in der Hohenstaufenhalle wiedersieht.

Am Donnerstag, 13. August (18 Uhr), biegt die Vorbereitung in die Roßtaler Mittelschulhalle ab: Der letzte Testlauf der Vorbereitung ist nicht nur für Tim Gömmel ein Heimspiel, sondern im Landkreis Fürth ein etablierter Handball-Treff. Gast bei der Generalprobe ist die SG BBM Bietigheim. Die Kraftprobe mit dem Bundesliga-Rückkehrer hat knackige Vorzeichen: In der vorletzten Saison entschied der HCE sein Abstiegsendspiel in der EgeTrans Arena nach gewaltiger Kraftanstrengung verdient für sich. Bevor beide Teams am 11. Spieltag in Bietigheim erneut um Punkte kämpfen, liefert das Duell in Roßtal den optimalen Gradmesser dafür, wie weit man vor dem ersten Pflichtspiel ist.

Sommer beim HCE: Gleich oder in Hanau? Wie kommt man weiter?

Schnell, konsequent und nachhaltig. Vor dem Pflichtspielauftakt Ende August und danach. Die Arbeit zwischen den Spielen ist für Chefcoach Johannes Sellin elementar. Um gut zu starten und darauf aufzubauen, ist die Vorbereitung zentral, mit Blick auf das erste Spiel und darüber hinaus. Ums Besser-Werden geht es dabei jedes Mal. Chefcoach Johannes Sellin dürfte zustimmen - und die fortgesetzte Einbindung von Talenten aus dem Unterbau und ihre Entwicklung in der Eliteliga als ehemaliger Erlanger U23-Trainer ergänzen. Der noch recht jungen HCE-Doktrin entspricht das bei auffälligem Erfolg ebenso wie Sellins fester Überzeugung.

Eine gute Frühform sollte das nach wie vor junge Team des 35-Jährigen am Freitag, 21. August, auf jeden Fall an den Tag legen. Nur das Weiterkommen zählt im Pokal gegen die HSG Hanau ab 20.15 Uhr. Klappen sollte das zur besten Sendezeit gegen den Drittligisten in der Main-Kinzig-Halle, analog zu einer bis dahin im Idealfall gelungenen Vorbereitung und nur einen Zwischenstopp vom Frankfurter Flughafen entfernt. In der Vergangenheit durfte man als Erstligist länger die Sonne genießen. Der neue Modus kennt kein Erbarmen. Er zwingt den Final-Four-Teilnehmer von 2022 beim Heimatverein von Tarek Marschall, der als großes Talent einst zum HCE kam, seine Durchsetzungsfähigkeit bereits vor Wiederaufnahme des Erstliga-Betriebs zu beweisen.

Sommer beim HCE: Wann und wo geht es in der Bundesliga denn los?

Flott nach dem Pokal-Start in Hessen, ebenfalls Ende August. Oder präziser: am Samstag, 29. August, ab 19 Uhr auswärts bei Frisch Auf Göppingen. Hinterlegt ist das im Spielplan der Handball-Bundesliga. Eine vorläufige Fassung kursierte bereits Wochen vor der finalen Terminierung. Mitte Juli wurde der Plan bis zum elften Spieltag fixiert.

Die erste Aufgabe im Punkte-Streit ist happig. Die Hohenstaufenhalle ist ein heißes Pflaster. Aus fränkischer Sicht zeigte das auch der letzte Göppingen-Besuch: Ein von krassem Verletzungspech in der Vorsaison heimgesuchter HCE musste sich nach einem vortrefflichen Vortrag in Hälfte eins den Hausherren kurz vor Ostern ähnlich knapp wie im Hinspiel beugen. Eine starke Abwehrleistung wie am Palmsonntag ist in der „Hölle Süd“ nur eine Voraussetzung, um den Weg für einen Punktgewinn zu ebnen.

Sommer beim HCE: Und in der PSD Bank Nürnberg Arena?

Dort bietet das erste Heimspiel ebenso eine Punkte-Chance, eine weitere Topleistung vorausgesetzt. Am Mittwoch, 2. September, ist die TSV Hannover-Burgdorf ab 19 Uhr der HCE-Gegner in Nürnberg. Die Vorhersage zum Spielausgang lehnt sich nicht zu weit aus dem Fenster: Gegen die Niedersachsen werden Details über Sieg oder Niederlage entscheiden. Zu verstehen ist das im HCE-Zusammenhang weit vor dem Duell positiv, der Favoritenstellung der Gäste und allen Unwägbarkeiten zum Trotz. Ob die September-Sonne brennt oder nicht: Motivierte Heimfans werden die PSD Bank Nürnberg Arena mit einer motivierten Heimmannschaft mit Sicherheit aufheizen.

Zum Aufwärmen gibt es hier schon was: Im Vorjahr feierte ein in dieser Phase hervorragender HCE in Niedersachsen einen Tipptopp-Sieg. Beim Start ins neue Handballjahr hatte man gegen die Recken um Renars Uscins in Nürnberg knapp das Nachsehen. Ein Gegentor in letzter Sekunde war daran schuld. Vergangenheit! In der neuen HCE-Saison folgt auf die Herkulesaufgabe bei der SG Flensburg-Handewitt womöglich das erste Druck-Spiel der Saison.

Sommer beim HCE: Druck gegen den BHC - und Weihnachten gegen Magdeburg?

Druck gehört zur besten Handball-Liga der Welt wie eine wackelnde Arena zu Handballfesten in Nürnberg. Die Kombination könnte den dritten Erlanger Auftritt in der kommenden Runde ausmachen, in der Theorie und im Heimspiel gegen den Bergischen HC vielleicht auch in der Praxis. Ein Heimsieg wäre bei einer bis dahin unbefriedigenden Punktausbeute die HCE-Vorgabe. Nach mit Hochdruck gefeierten Erfolgen wäre eine weitere Zwei-Punkte-Landung ebenso schön.

Eine Rechnung mit dem BHC haben Sander Øverjordet und Co. in beiden Szenarien offen: Vor wenigen Monaten vermiesten die Gäste fortwährend ersatzgeschwächten Erlangern die „Red Night“ am Kurt-Leucht-Weg mit gewachsenem Selbstbewusstsein gewaltig. Was in der bevorstehenden Erstliga-Runde darüber hinaus auf dem Programm steht, würde selbst diesen Rahmen hier sprengen. Nur so viel: Ins neue Jahr startet der Verein nach Winterpause und Heim-WM ebenfalls gegen den Bergischen HC.

Fast unnötig zu erwähnen: Eine erneute Sensation gegen den SC Magdeburg würde die Festtagsstimmung kurz vor Heiligabend extrem befördern und Weihnachten nach vorne legen, für den HCE und seine Fans auf das letzte Spiel des Kalenderjahres. Strömt die Erinnerung an den im Vorjahr ohne acht Profis erzielten Heim-Coup vor dem Wiedersehen mit der besten Handball-Mannschaft der Welt noch wie Zimt-rund-Plätzchen-Duft durch die Arena, hat man in Handballfranken vermutlich schon davor sehr viel richtig gemacht.

Sommer beim HCE: Berichterstattung bei NN.de, Streaming, Tickets

Verfolgen kann man den HC Erlangen natürlich, über seine Pflichtspiele hinaus in unserer konstanten Berichterstattung bei NN.de - Versprochen! Live erleben kann man den HCE beim Streamingdienst Dyn und bei realexistenten Klatschpappengewittern in der PSD Bank Nürnberg Arena. Tickets für die Heimspiele gibt es im handballclubeigenen Ticketshop: https: hcerlangen-ticketshop.reservix.de

Ob sich der kübelweise vergossene Vorbereitungsschweiß gelohnt hat, wird man Ende August sehen. Ins Zeug legten sich HCE-Profis bereits beim fanfreundlichen Trainingsauftakt. Dass sie eine gute Saison spielen wollen und dafür viel investieren, haben Torhüter und Feldspieler gleichermaßen versprochen. In der stärksten Liga der Welt müssen sie sich sich jetzt nur noch daran halten.

Für Khalifa Ghedbane, auch an dieser Stelle gerne „Kalle“ genannt, Rubens Pierre, Andri Rúnarsson und Christopher Bissel gilt der anstrengende Auftrag erneut über alltägliche und besondere Handball-Auftritte hinweg.

HCE-Torwart Khalifa Ghedbane mit Fans
<p>Zurück zum Anfang: Nach dem Auftakttraining in der Karl-Heinz-Hiersemann-Halle fanden Schweiß und Fleiß nicht erst zusammen, als ein Khalifa Ghedbane mit dieser Autogrammsammlerin, zugleich die Tochter des Berichterstatters, für ein gemeinsames Foto Platz nahm.</p> © Andreas Pöllinger