
Unter den hohen Temperaturen im Juni litten Schüler, Schülerinnen und Lehrkräfte besonders stark. „Wer in einem überhitzten Klassenzimmer unterrichtet, lernt oder geprüft wird, weiß: Hitze ist keine Komfortfrage, sondern beeinträchtigt Konzentration, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden erheblich“, sagte Michael Schwägerl. Der Erlanger ist Vorsitzender des bayerischen Philologenverbands bpv. Deshalb fordert der Verband mehr Unterstützung für Schulen beim Umgang mit zunehmender Hitze.
Doch die Debatte dürfe sich nicht auf Temperaturgrenzen oder Forderungen nach Klimaanlagen in allen Schulen verengen. Entscheidend sei, wie stark Menschen etwa durch Sonneneinstrahlung, Luftqualität und die Bauweise eines Gebäudes belastet werden. Der Verband geht davon aus, dass vielen Schulleitungen und kommunalen Sachaufwandsträger Grundlagenwissen um thermischen Komfort fehlten.
Wenn das Klassenzimmer überhitzt: Ausweichräume an jeder Schule?
Deshalb bräuchten sie wissenschaftlich fundierte und zugleich leicht anwendbare Hilfen, um sinnvolle Entscheidungen vor Ort treffen zu können. Der bpv schlägt einen praxisnahen „Hitzeschutz-Werkzeugkasten“ und möglichst „kein weiteres Pflichtkonzept für die Schublade“ vor. Dieser soll konkrete Maßnahmen für verschiedene Belastungssituationen aufzeigen, etwa die Ermittlung besonders heißer Klassenräume und die Nutzung geeigneter Ausweichräume.
Der Verband empfiehlt darüber hinaus intelligente Lüftungsstrategien sowie die Beachtung von Luftqualität und CO₂-Belastung. Besonders unterschätzt werde der Kühleffekt von Ventilatoren. Sie könnten die Hitzebelastung spürbar senken, ersetzten aber weder Sonnenschutz noch bauliche Verbesserungen. Der Verbandsvorsitzende schlägt daher einen gestuften Ansatz mit kurzfristigen Maßnahmen sowie Investitionen in Verschattung, Lüftung und Begrünung vor. Langfristig seien klimaangepasste Sanierungen der Schulgebäude nötig. Zudem sollte jede Schule nach Auffassung des bpv über einzelne hitzegeschützte oder gekühlte Räume verfügen.

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