Nürnberg - Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller: 3000 Notrufe hat es in der Region gegeben, die Feuerwehr war in Nürnberg und der Region im Dauereinsatz. Ein Mensch wurde von einem Baum getroffen und kam mit schweren Verletzungen in eine Klinik.
15.07.2026 08:57 Uhr

Ein schweres Unwetter hat am Dienstagabend, 15. Juli, das gesamte Zuständigkeitsgebiet der Integrierten Leitstelle Nürnberg (ILS) erfasst und zu zahlreichen Einsätzen geführt. Betroffen von der sehr plötzlich entstandenen Extremwetterlage am Abend waren die Städte Nürnberg, Fürth und Erlangen sowie auch die Landkreise Nürnberger Land und Erlangen-Höchstadt. Innerhalb von rund fünf Stunden gingen in der ILS Nürnberg etwa 3000 Notrufe ein - eine so noch nie dagewesene Zahl, wie die Feuerwehr erklärte. Es war ein Kraftakt für die Retter: Aus diesen Anrufen resultierten rund 1100 Einsätze, die von den etwa 270 eingesetzten Feuerwehren mit ungefähr 3000 Einsatzkräften abgearbeitet wurden.

Um das außergewöhnlich hohe Notruf- und Einsatzaufkommen zu bewältigen, wurden frühzeitig in der ILS sowie der Berufsfeuerwehr Nürnberg dienstfreie Kräfte alarmiert. In der Spitze konnten damit sämtliche verfügbaren 40 Notrufabfrageplätze der Integrierten Leitstelle inklusive der Not-Leitstelle sowie zusätzliche Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr Nürnberg mit Personal besetzt werden.

Da sich nach dem ersten Gewitter eine gewaltige zweite Gewitterzellte ankündigte, wurden in der Stadt Nürnberg zusätzliche Führungsdienste aktiviert und so in der Leitstelle ein Führungsstab etabliert. Auch in anderen, stark betroffenen Gebietskörperschaften traten Führungsstäbe zusammen, um die Einsatzmaßnahmen zu koordinieren und die Vielzahl der Einsätze abzuarbeiten.

Die Einsatzschwerpunkte lagen nach Mitteilung der Feuerwehr Nürnberg in Summe insbesondere bei umgestürzten Bäumen, vollgelaufenen Kellern, überfluteten Straßen und Straßenzügen sowie abgedeckten oder beschädigten Dächern; aber auch zahlreiche durch das Unwetter ausgelöste Brandmeldeanlagen beschäftigten die Einsatzkräfte. Darüber hinaus wurden die Einsatzkräfte auch zu zahlreiche Verkehrsunfällen im Zusammenhang mit dem Unwetter gerufen.

Die meisten Einsätze entstanden in der Stadt Nürnberg mit rund 300 Einsätzen, gefolgt von der Stadt Erlangen mit rund 200 sowie der Stadt Fürth mit rund 190 Einsätzen. Im Landkreis Erlangen-Höchstadt wurden rund 180 Einsätze registriert, im Landkreis Nürnberger Land rund 175 und im Landkreis Fürth rund 15. Auch das Technische Hilfswerk unterstützte die Einsatzmaßnahmen mit zahlreichen Kräften aller Ortsverbände im Zuständigkeitsgebiet der ILS Nürnberg.

Unwetter: Betrieb am Flughafen Nürnberg komplett eingestellt

Einen weiteren Schwerpunkt bildete der Nürnberger Flughafen, an dem Sturmschäden an Gebäuden, Überschwemmungen infolge des Starkregens sowie Schäden an der Infrastruktur beseitigt werden mussten. Der Flugbetrieb wurde zeitweise vollständig eingestellt. Nachdem die unmittelbaren Gefahren durch die Werkfeuerwehr beseitigt waren, konnte der Flugverkehr später am Abend wieder aufgenommen werden. Bei dem Unwetter wurden mehrere Menschen zum Teil schwer verletzt. In Nürnberg wurde eine Person mit schweren Verletzungen in den Schockraum einer Klinik gebracht, nachdem sie von einem umstürzenden Baum getroffen worden war. Die Helfer waren in der Nacht auf Mittwoch noch an zahlreichen Stellen im Einsatz.

Und auch Bäume haben im Nürnberger Nordosten unter dem Unwetter gelitten. So gab es vor allem im Marienbergpark, im östlichen Pegnitztal und am Platnersberg Schäden. Der zuständige Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör) der Stadt hatte am Mittwoch viel zu tun, um Äste zu beseitigen und teils Abschnitte zu sperren.