Nürnberg - Die Rechenbeispiele zur geplanten Steuerreform der Bundesregierung sind vor allem eines: zu schön, um wahr zu sein. Zurückbleiben enttäuschte Erwartungen. So eine Kommunikation verspielt kostbares Vertrauen, kommentiert Redakteurin Carolin Heilig.
14.07.2026 04:50 Uhr

Es ist mindestens ein auffälliger Zufall, viel wahrscheinlicher aber ein bewusster Schachzug: Die Rechenbeispiele des Bundesfinanzministeriums zur geplanten Steuerreform zeigen beachtliche Entlastungssummen. Kalkuliert wird für Kindergeldempfänger, für das Jahr 2028 und ohne Berücksichtigung von Inflation, kalter Progression und steigenden Sozialversicherungsbeiträgen.

Auf den ersten Blick sehen die Zahlen gut aus, doch auf den zweiten Blick, nämlich dann, wenn die Bürgerinnen und Bürger auf ihr Konto schauen werden, wird auffallen: Ein nennenswertes Plus gibt es nicht, bei manchen wird sich gar ein Minus einstellen.

Die frohen Erwartungen, die die Regierung gezielt schürt, werden in Enttäuschung umschlagen. Mit diesem Täuschungsmanöver verspielen die Politiker der Koalition Vertrauen - ein fataler Fehler.

Neben notwendigen Reformen sollte die Regierung vor allem an ihrem Erwartungsmanagement arbeiten und nur versprechen, worauf sich Bürger und Bürgerinnen am Ende wirklich verlassen können.