
Wenn erst mal Rücktrittsforderungen aus der eigenen Partei laut werden, dann ist es in aller Regel um einen Politiker geschehen. So war es auch im Falle des Berliner Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner, der seine Spitzenkandidatur für die Wahl im September zurückzog. Tags zuvor hatte die Junge Union genau dies gefordert.
Der 53-jährige Christdemokrat ist letztlich an sich selbst gescheitert. Er hatte im Januar 2026, beim schwersten Stromausfall in der Hauptstadt seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, verursacht von linksextremen Terroristen, eine sehr schlechte Figur gemacht. Die Attentäter sind übrigens leider immer noch nicht gefasst, geschweige denn verurteilt.
Erst Tennis gespielt, dann gelogen
Kai Wegner war nach dem kompletten, tagelangen Stromausfall für rund 100.000 Menschen zunächst nicht am Ort des Geschehens erschienen, er hatte statt dessen mit seiner Lebensgefährtin Tennis gespielt. Anschließend hatte er gegenüber den Medien seine Aktivitäten an diesem Tag verschleiert, sprich: gelogen. Das kann sich ein Mann im Range eines Ministerpräsidenten, der fast vier Millionen Bürgerinnen und Bürger repräsentiert, nicht erlauben. Dafür sind die Anforderungen an dieses Amt einfach zu hoch.
Für die Berliner Christdemokraten ist das alles ein Desaster. Sie müssen nun befürchten, dass demnächst die Kandidatin der Linkspartei Regierende Bürgermeisterin wird, in Koalition mit ebenfalls weit links stehenden Grünen und Sozialdemokraten. Ein krasser Bruch auch für die Berliner, die bald das vierte Stadtoberhaupt in nur fünf Jahren und damit auch ständige politische Kurswechsel erleben.
Die Bundes-CDU blickt fassungslos auf das, was sich da vor der Türe ihrer Parteizentrale abspielt. Ausgerechnet in der Hauptstadt wirkt die Partei, die immerhin den Bundeskanzler stellt, desolat. Sie ist in der jüngsten Umfrage nur noch viertstärkste Kraft nach Linken, Grünen und AfD. Schlimmer kann es kaum kommen.

2 Kommentare
M95L
...das moralische und kommunikative Versagen, hat einen Namen. Und der übernimmt im Versagen endlich die Verantwortung, die er damals hätte zeigen müssen...
11.07.2026 12:50 Uhr