
Lillia Rubin arbeitet seit sechs Jahren als Escort. Das heißt, sie trifft sich mit Kunden und Kundinnen für mehrere Stunden, manchmal sogar mehrere Tage - und hat Sex mit ihnen. Was genau an sexueller Dienstleistung stattfindet und wo die Grenzen liegen, das entscheidet dabei ganz allein Rubin. Denn eines ist der studierten Sozialarbeiterin wichtig: „Die Sexarbeit die ich mache ist feministisch, selbstbestimmt und reflektiert.“
Als Aktivistin und Mitglied bei der Gesellschaft für Sexarbeits- und Prostitutionsforschung kennt sie die Forderungen aus der Branche und hat sich in ihrer Masterarbeit wissenschaftlich mit den Wünschen und Bedürfnissen von Sexarbeiterinnen auseinandergesetzt. Und sie findet: Sexarbeiterinnen brauchen nicht nur besonderen Schutz, sondern auch gesellschaftliche Anerkennung.
„Ich bin stolz darauf“: Warum Sexarbeit empowernd sein kann
„Im Patriarchat werden Frauen, die viele Sexpartner haben oder sexuell freizügig auftreten, abgewertet und kritisiert“. Für sie persönlich war Sexarbeit deshalb empowernd, weil es ihr die Möglichkeit eröffnet hat, zu sagen: „Ich mache das und bin stolz drauf. Und ich kriege Wertschätzung und Geld dafür. Das macht was mit dem feministischen Selbstbewusstsein.“ Sie wünscht sich eine Entstigmatisierung und ein allgemeines Bewusstsein: „Es ist eine wertvolle Arbeit und es ist eine Arbeit, für die man bestimmte Skills und Fähigkeiten braucht.“
Wie genau man sich die Arbeit als Escort vorstellen kann, was alles unter den Begriff Sexualbegleitung fallen kann und welchen Vorurteilen Rubin als Sexarbeiterin begegnet - darüber hat die 32-Jährige mit Veronika in der neuen Folge von Heiß und Innig gesprochen. Verraten hat sie auch, ob sie schon negative Erfahrungen als Escort machen musste und ob sich schon einmal ein Stammkunde in sie verliebt hat.

1 Kommentar
Motionsickness
Wegen der Aktualität zum Sexarbeitsgesetzes würde mich mal interessieren, wann das Interview gegeben wurde, weil Lilia meinte, dass dort einiges in Bewegung sei.
Antwort der Redaktion:
Lieber Leser,
das Interview wurde Anfang Juli geführt. Das aktuell geltende Recht ist natürlich wirksam. Mit dem SexArbeitsGesetz (SAG) liegt jetzt auch ein Gesetzesentwurf vor, der von Sexarbeitenden selbst erarbeitet wurde. Er bündelt Kritik am aktuellen Rechtsrahmen, insbesondere am Prostituiertenschutzgesetz und formuliert konkrete Forderungen für gerechtere und sichere Arbeitsbedingungen.
Viele Grüße aus der Redaktion
16.07.2026 17:05 Uhr