
In diesem Artikel:
- 1. Ressourcen bewusst machen
- 2. Finanzierungsplan erstellen
- 3. Detaillierten Bauablaufplan entwerfen
- 4. Die richtigen Vertragspartner engagieren
- 5. Baugenehmigung einholen
- 6. Gewerke organisieren
- 7. Baubeginnanzeige aufgeben
- 8. Weitere Behördenanträge stellen
- 9. Sicherheits- und Gesundheitskoordinator bestellen
- 10. Bauversicherungen abschließen
- 11. Baustelle einrichten
- 12. Gewerke koordinieren und aufeinander abstimmen
- 13. Bauabschnitte und Leistungen abnehmen
- 14. Innenausbau anleiten oder durchführen
- 15. Vom Bauaufsichtsamt abnehmen lassen
Wer ein Haus in Eigenregie bauen möchte, braucht einen langen Atem. Die Planung ist umfangreich und braucht genug Puffer für Verzögerungen.
Hier gibt es einen groben Ablaufplan, an dem sich frischgebackene Bauherren und -frauen entlanghangeln können.
1. Ressourcen bewusst machen
Ein eigenes Haus zu bauen, braucht viel Zeit und Energie. Im Idealfall machen Sie sich schon vorab Gedanken, wer aus ihrem sozialen Netzwerk unterstützen kann – auch emotional. Die verschiedenen Schritte im Prozess zu koordinieren, kann mental belastend werden, insbesondere dann, wenn Konflikte aufkommen oder sich der angedachte Zeitplan verzögert. Was Sie aber neben Zeit vor allem brauchen sind ausreichend finanzielle Ressourcen.
Was sich auch lohnt, ist ein frühzeitiger Blick in die örtlichen Bebauungspläne, inwieweit der Traum vom eigenen Haus überhaupt genehmigungsfähig ist.
2. Finanzierungsplan erstellen
Wenn es um den Finanzierungsrahmen geht, kann es für einen ersten Eindruck helfen, einen Budgetrechner und Bauzinsenrechner zur Hand zur nehmen. Mittlerweile lassen sich online viele verschiedene finden. Wirklich Klarheit bekommt man aber erst durch einen Spezialisten für Baufinanzierung. Mit ihm können Sie sich verschiedene Angebote einholen.
3. Detaillierten Bauablaufplan entwerfen
Eng damit verbunden und ähnlich wichtig ist der Bauablaufplan. Welche Bauabschnitte folgen aufeinander oder sind voneinander abhängig? Wann müssen welche Gewerke tätig werden? Sobald Sie die Reihenfolge kennen, können Sie erste Angebote bei den Handwerksfirmen einholen und mit Ihrem Budget abgleichen.
4. Die richtigen Vertragspartner engagieren
Die gute Nachricht: Sobald Sie einen Architekten oder Bauingenieur mit Bauvorlageberechtigung engagiert haben, kann er sich nicht nur mit Entwurfsplanung und Grundrissen befassen, sondern später auch alle notwendigen Unterlagen zusammentragen und beim Bauamt einreichen.
5. Baugenehmigung einholen
Jeder der ein Haus bauen möchte, muss ein Bauantrag beim zuständigen Bauamt stellen. Zu den Unterlagen gehören Bauzeichnungen, der Wärmeschutznachweis, der amtliche Lageplan und statische Berechnungen.
6. Gewerke organisieren
Die Organisation der verschiedenen Handwerksfirmen sollten Sie frühzeitig in Angriff nehmen. Denn auch die freuen sich, im Voraus planen zu können und haben oft schon sehr volle Auftragsbücher. Wenn Sie sich Angebote einholen, können Sie auch schon über eventuelle Eigenleistungen sprechen.
7. Baubeginnanzeige aufgeben
Wird Ihnen dann die Baugenehmigung erteilt, bekommen Sie mit ihr direkt ein Formular für die Baubeginnanzeige. Die sollte ausgefüllt spätestens sieben Tage vor dem offiziellen Baubeginn beim Bauamt vorliegen. Darin ist nicht nur das Datum des Baubeginns, sonders auch Nachweise für den Brandschutz, der Name des Bauleiters sowie die Firma für den Rohbau vermerkt.
8. Weitere Behördenanträge stellen
Für den Hausbau in Eigenregie müssen oft noch zusätzliche Anträge gestellt werden. Dazu gehört auch die Sperrung des öffentlichen Raums, also immer dann, wenn ein Weg durch die Anlieferung von Materialien oder durch Container blockiert wird. Baustrom und Bauwasser muss beim zuständigen Versorgungsunternehmen beantragt werden. Oft muss für die Aushebung der Baugrube das Grundwasser abgesenkt werden – auch dafür gibt es eine passende Antragsvorlage.
9. Sicherheits- und Gesundheitskoordinator bestellen
Damit dann alles nicht nur reibungslos, sondern auch sicher abläuft, muss für die Baustelle ein Sicherheits- und Gesundheitskoordinator, auch SiGeKo genannt, bestellt werden. Das ist in der Baustellenverordnung so vorgeschrieben. Diese Qualifikation können Architekten oder Ingenieure erst nach mindestens zwei Jahren Berufserfahrung erwerben.
10. Bauversicherungen abschließen
Um weitere Risiken auszuschließen, sollten Sie sich gegen Schäden absichern – ob wetter- oder personenbedingt. Zu empfehlen sind die Bauherren-Haftpflichtversicherung, die Bauleistungsversicherung sowie die Feuerrohbauversicherung. Helfen Freunde oder Bekannte mit, brauchen Sie zusätzlich noch eine Bauhelferversicherung.
11. Baustelle einrichten
Bevor es dann endlich losgehen kann, müssen bei einer ordnungsgemäßen Baustelle Bauzäune aufgestellt, Zufahrtswege eingerichtet und Sanitäreinrichtungen bereitgestellt werden. Was außerdem gesetzlich vorgeschrieben ist: ein Erste-Hilfe-Kasten und ein Feuerlöscher.
12. Gewerke koordinieren und aufeinander abstimmen
Bereits im Bauablaufplan sollte festgehalten sein, wann welche Gewerke starten. Dabei sollten Sie auch das Wetter und die Jahreszeit berücksichtigen. Urlaubszeiten, aber auch Krankheitstage oder Materialengpässe können zu Verzögerungen führen.
13. Bauabschnitte und Leistungen abnehmen
Wer sich entscheidet, ein Haus in Eigenregie zu bauen, ist als Bauherr auch für die Kontrolle und die Abnahme der erbrachten Leistungen zuständig. Beim Rohbau ist zusätzlich noch die behördliche Abnahme nötig. Spätestens sieben Tage vor Ende der Rohbauarbeiten sollten Sie das Formblatt der Rohbauabnahme dem Bauamt vorgelegt haben. Sollte die Behörde Abweichungen feststellen, müssen Sie mit Nachbesserung und Mehrkosten rechnen.
14. Innenausbau anleiten oder durchführen
Jetzt geht es ans Eingemachte: Der Innenausbau ist oft einer der schönsten Phasen im Prozess, weil hier die Wohnräume Gestalt annehmen. Hier kommt es darauf an, wie viel Eigenleistung Sie vorab vereinbart haben. Entweder Sie führen die notwendigen Arbeiten selbst durch oder Sie betreuen die beauftragten Gewerke.
15. Vom Bauaufsichtsamt abnehmen lassen
In der finalen Abnahme prüft das Bauaufsichtsamt, ob das neue Eigenheim auch wirklich mit dem Bauantrag übereinstimmt. In dieser Phase müssen Sie auch alle weiteren Bescheinigungen einreichen, etwa zur Schlussabnahme des Schornsteinfegers sowie zur Einhaltung der Schall- und Wärmeschutzrichtlinien.




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