Fürth/Nürnberg - Seit Jahrzehnten begeistert Martin Rassau als Komödiant sein Publikum. Im Podcast „Mit.Menschen“ spricht er über die Kultfiguren Waltraud und Mariechen, seine Verbundenheit mit Franken und die persönlichen Erfahrungen, die ihn bis heute stark prägen.
02.07.2026 17:30 Uhr

„Andere waren auf Hochzeiten und wir waren auf Beerdigungen“: In der neuen Folge des Podcasts „Mit.Menschen“ spricht Kabarettist Martin Rassau im Gespräch mit NN-Moderator Patrick Schroll auch über die schweren Seiten seines persönlichen Lebens, die sich abseits von Bühne und Scheinwerferlicht abgespielt haben und ihn bis heute prägen.

Seit Jahrzehnten steht der Fürther in unterschiedlichen Paraderollen auf den Bühnen Frankens und deutschlandweit. Vor über 30 Jahren wurde seine wohl bekannteste Bühnenfigur geboren: Waltraud Lehneis. Gemeinsam mit seinem Geschäfts- und Bühnenpartner Volker Heißmann bildet er als „Waltraud und Mariechen“ ein Duo, das längst zu einer fränkischen Marke geworden ist. Als Vorbild für die beliebten Witwen diente – einmal mehr – das echte Leben. Warum sie so beliebt sind? „Weil sie wahrscheinlich jeder zuhause hat“, sagt Martin Rassau.

Martin Rassau spricht in der Podcast-Folge von „Mit.Menschen“ über Schicksalsschläge

Seine Bühnenfiguren sind häufig laut, jedenfalls nicht schüchtern. Ganz anders die Privatperson. „Ich bin eher so der Introvertierte und Zurückgezogene, Schüchterne, was man mir immer gar nicht glaubt. Bis heute.“ Auch bei seinem Engagement als Hospizbotschafter schlägt der Fürther eher ruhige Töne an.

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<p>Kabarettist Martin Rassau im Podcast-Studio mit NN-Moderator Patrick Schroll.</p> © Mia Houzer/VNP

Martin Rassaus Einsatz für schwerkranke und sterbende Menschen hat einen sehr persönlichen Hintergrund. Ausschlaggebend war die Erkrankung seines Bruders vor vielen Jahren. „Der nächste Schicksalsschlag kam, als mein Bruder an Hepatitis erkrankte“, erzählt er.

„Ich kann mich hinsetzen und lachen - dann ist es ertragbarer“

In der Podcast-Folge findet aber auch Franken ausführlich Platz – von der Opernleidenschaft des Fürthers über den „internationalen“ fränkischen Dialekt bis hin zu seiner Liebe zu seiner Heimatstadt Fürth. Der Humor bildet dabei die Klammer – nicht nur für das ausführliche Gespräch, sondern für das gesamte Leben von Martin Rassau. Er sagt: „Das Lachen darf man nicht aufgeben. An manchen Dingen können wir nichts ändern. Ich kann mich hinsetzen und weinen, aber ich ändere damit nichts. Aber ich kann mich hinsetzen und lachen, dann ist es ertragbarer.“