
Rund 400 Besucher feierten am vergangenen Pfingstwochenende auf dem Gelände der Stiftung Hensoltshöhe in Gunzenhausen eine Pfingstkonferenz mit Gottesdiensten, Seminaren und einem parallel stattfindenden Family Camp. Das Geistliche Zentrum der Stiftung Hensoltshöhe organisierte die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Hensoltshöher Gemeinschaftsverband.
Der Theologe René Winkler hielt am Pfingstsonntag zwei zentrale Vorträge. Am Morgen predigte er über die Einladung Gottes an Menschen in jeder Lebensphase und über kulturelle Grenzen hinweg. Winkler sprach über ein Christsein, das nicht an Herkunft, Alter oder Leistungsfähigkeit gebunden ist, sondern aus der Zusage Gottes lebt. Ausgehend von Römer 8,14-17 entwickelte Winkler die Botschaft eines Glaubens, der nicht von Angst, Scham oder Druck bestimmt wird.
Chrischona-Referent Winkler lehnt Leistungsdruck im Glauben ab
„Nicht die Angst soll dein Leben bewegen, sondern der Geist der Kindschaft“, lautete eine zentrale Aussage der Predigt. Pfingsten verstehe er als Einladung, sich nicht von Scham oder dem Druck bestimmen zu lassen, genügen zu müssen. „Wenn unser Glaube an unserer Leistung hängt, dann haben wir verloren“, sagte Winkler. Stattdessen gehe es darum, die Identität neu von Gott her zu verstehen. „Ich bin ein Kind Gottes - und deshalb muss ich an bestimmten Stellen meiner Angst nicht folgen.“
René Winkler war mehr als 17 Jahre in leitender Verantwortung bei Chrischona Schweiz sowie beim internationalen Missionswerk Chrischona International tätig. Heute arbeitet er als Beauftragter der Akademie GenerationPLUS und der Alumni-Arbeit am Theologischen Seminar St. Chrischona. Nach dem Gottesdienst konnten die Teilnehmer in verschiedenen Seminaren einzelne Gedanken des Vormittags vertiefen. Dabei bot sich Raum für Austausch, Fragen und weiterführende Gespräche.
Leben in dem Gott sichtbar wird
Am Nachmittag setzte Winkler mit seinem Vortrag „Geistvolles Leben wird offensichtlich“ einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt. Ausgehend von Galater 5,22-23 entfaltete er die Frucht des Geistes nicht als Forderung, sondern als Einladung zu einem Leben, in dem Gottes Wesen sichtbar wird. „Geistvolles Leben wird offensichtlich. Es bekommt Hände und Füße“, betonte Winkler. Entscheidend sei, den biblischen Text nicht als Defizitkatalog zu lesen. „Die Frucht des Geistes ist keine Mängelliste, sondern ein Text, der unsere Sehnsucht wecken kann.“
In Beispielen zeigte Winkler, wie Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung im Alltag Gestalt gewinnen können - in der Familie, in der Gemeinde, im Umgang mit Scheitern und in gesellschaftlichen Debatten. Dabei machte er deutlich: „Der Heilige Geist ist uns zum Leben gegeben, nicht zu unserer Verfügung.“ Die Frucht des Geistes sei kein Programm zur Selbstoptimierung, sondern Ausdruck gelebter Nächstenliebe. „Es geht nicht um Lebensoptimierung. Es dient den anderen.“
Family Camp verbindet Pfingstbotschaft mit Familienprogramm
Für Familien gab es im Rahmen des Family Camps ein eigenes Programm mit einem Open-Air-Familiengottesdienst sowie Spiel- und Sportangeboten auf dem Gelände.
Musikalisch gestalteten der Gnadauer Posaunenchor und das Musikteam der LKG Schwabach die Veranstaltungen. Die Besucher erlebten eine Pfingstkonferenz, die fragte, was Pfingsten heute bedeutet und wie der Heilige Geist Menschen bewegt, stärkt und ihren Alltag prägt.

Keine Kommentare