Nürnberg - In der Regel einmal im Monat tagt der Nürnberger Stadtrat. Für die Lokalredaktion unseres Medienhauses ist dann zumeist Marco Puschner vor Ort, um über die Sitzungen zu berichten. Doch worauf kommt es dabei eigentlich an?
27.05.2026 20:11 Uhr

Die vergangenen Wochen und Monate waren unheimlich spannend - nicht nur für die Kommunalpolitikerinnen und -politiker in Nürnberg, sondern auch für diejenigen, die sie als Berichterstatter begleiten. Neben der Wahl zum Oberbürgermeister, in die Amtsinhaber Marcus König (CSU) als klarer Favorit ging, stand die Neuzusammenstellung des Stadtrats an - das ist jene Wahl, bei der die Bürgerschaft am meisten Möglichkeiten hat, das Tableau zu beeinflussen. Man kann einzelne Bewerber nach vorne oder hinten auf der Liste bugsieren.

Aus journalistischer Sicht ging es darum, die unterschiedlichen Parteien und ihre Spitzenkandidaten vorzustellen und die Unterschiede herauszuarbeiten - was oft gar nicht so einfach war, weil zum Beispiel plötzlich gleich zwei Tierschutz-Gruppierungen um die Wählerschaft buhlten und der Unterschied zwischen Linker Liste und Linkspartei auch nicht jedem klar sein dürfte. Das politische Feld differenziert sich immer mehr aus, gerade auf kommunaler Ebene, wo es keine Fünf-Prozent-Hürde gibt.

Dem neuen Nürnberger Stadtrat gehören gleich 14 Gruppierungen an

Dem neuen Stadtrat gehören 14 verschiedene Gruppierungen an, das ist ein neuer Rekord in Nürnberg. Eventuell könnte das dafür sorgen, dass der Berichterstatter künftig etwas mehr Kondition bei den Sitzungen beweisen muss, falls sich bei wichtigen Themen Vertreter aller Parteien zu Wort melden.

Neben den Plenumssitzungen sind auch die Fachausschüsse - etwa für Wirtschaft, Soziales oder Verkehr - wichtig, denn viele Entscheidungen werden hier getroffen. Als Berichterstatter versucht man zudem, außerhalb der regulären Rathaustermine mit den Akteuren in Kontakt zu bleiben, vor allem durch Gespräche mit den Fraktionsvorsitzenden oder Fachpolitikern. Nicht alles, was man dabei erfährt, darf gleich geschrieben werden - die Vertrauensbasis muss gewahrt bleiben, wenn man Informationskanäle nicht gefährden will. Zudem gilt es, die im Informationssystem des Rathauses eingestellten Unterlagen im Blick zu haben.

Angesichts der Haushaltslage steht die Stadt vor schwierigen Entscheidungen. Es bleibt spannend, auch für den politischen Beobachter.


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