
Die Menschen wollen mitreden - und die Stadt Nürnberg lässt sie. In Bürgerversammlungen kommen alle Stadtbezirke abwechselnd zu Wort. Zweimal im Jahr trifft sich die Stadtspitze mit Bürgerinnen und Bürgern sogar digital. Hunderte Fragen werden dabei eingereicht. Eine lautet bei der Veranstaltung im Februar, ob die Frequenz der digitalen Bürgerdialoge erhöht werden kann. Es sei „wirklich ein tolles und vor allem niedrigschwelliges Instrument für Teilhabe und Austausch“.
Marcus König freut sich über die Rückmeldung. Die während der Pandemie gestarteten digitalen Dialoge sollen auch bleiben. Ziel sei aber, „weitere solche Formate auszuprobieren“. Wie vergangenes Jahr, als er sich bei der Aktion „Lass uns reden“ einem Stadtteil widmete. Heuer stellt der OB seinen Pavillon in Langwasser (13. Juni), Gibitzenhof (4. Juli), Sündersbühl (18. September) und Schweinau (26. September) auf.
Zunächst wird aber eine andere Beteiligungs-Tradition fortgesetzt: die Mobilen Bürgerversammlungen, die meist auf dem Rad bewältigt werden.
Das Nürnberger Dauerthema Müll wird frühmorgens am Hauptmarkt debattiert
Denn die haben es in sich. Die erste startet so zeitig wie selten. Das Motto am 10. Juni 2026 lautet: „Guten Morgen, Nürnberg!“ Dann trifft sich der Oberbürgermeister um 5.30 Uhr mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Heinrich-Alfes-Straße 1. Dort hat die VAG ihre Straßenbahnwerkstatt, ein „Musterbetriebshof“. Wieso, erfahren Frühaufsteher vor Ort. Von dort aus geht es zum Funkhaus Nürnberg, bei dem die Macher der „Morningshows“ einladen.
Abschließend radelt der Tross weiter zum Nürnberger Hauptmarkt Nürnberg, um sich dort einem Dauerthema zu widmen: Müll. Bevor die Innenstadt in den Tag startet, macht der Servicebetrieb Öffentlicher Raum sauber. Wie viel Arbeit das ist, wird hier gezeigt.
Ein paar Tage später, am 16. Juni, dreht sich bei der OB-Tour alles um die „Diverse Stadt“ - beginnend um 17 Uhr bei der Frauen-Beratung Nürnberg am Lorenzer Platz 10. Dort wird die Beratungsstelle gezeigt, die von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen unterstützt. Auch das „Jungenbüro Nürnberg“ stellt sich vor.
Später geht es noch zur Straße der Menschenrechte, wo über die koloniale Vergangenheit Nürnbergs diskutiert wird. Nach einem Stopp beim Verein Fliederlich, mit dem die Teilnehmenden über den Queeren Aktionsplan der Stadt Nürnberg sprechen, geht es zum Abschluss zum Spielplatz am Jean-Paul-Platz. Der ist ein gutes Beispiel für Inklusion.
Wiederum nur ein paar Tage danach findet die “Tour des Lebens“ mit der Stadtspitze statt. Am 20. Juni ist der Start das Stadtarchiv am Marientorgraben 8, in dem die Urkunden der Nürnberger Standesämter seit 1876 verwahrt sind. Danach wird bei der Cnopf’schen Kinderklinik Halt gemacht, wo Interessierte viele Infos über die Arbeit in der Klinik Hallerwiese und den neuen Anbau erhalten. Und über die Übernahme des Klinikums durch die Stadt.
Weitere Stopps sind in der Großweidenmühlstraße, wo das kommunale Immobilienunternehmen wbg und NürnbergStift Wohnraum für ältere Menschen direkt am Pegnitzgrund geschaffen, und der Westfriedhof in der Schnieglinger Straße. Hier wird das Krematorium renoviert. An der Station wird es auch allgemein um die Arbeit am Westfriedhof gehen.
Auch für die Radrunde am 25. Juni, die „OB-Tour im Norden“, stehen inzwischen die Stationen fest. Der erste ist um 17 Uhr am Nordwestring 101. Die Umweltbank baut hier seit kurzem ein neues Stadtquartier - inklusive des künftigen Unternehmenssitzes. Hier warten Einblicke in den aktuellen Baufortschritt. Danach geht es zum barrierefrei ausgebautem Quartiersplatz im Kleinreuther Weg.
Über die Tour im Südosten von Nürnberg wird mit den Menschen entschieden
Dann fährt die Radgruppe noch zur Noris Inklusion, die ein Café im Park betreibt. Und der Abschluss findet im Schloss Almoshof statt. Der Kulturladen dort wird heuer 40 Jahre alt.
Das Programm für die letzte Tour 2026 steht dagegen noch nicht, nur die Richtung. Wohin der OB am 21. Juli im Südosten radelt, darüber werden vom 8. Juni bis 28. Juni Ideen gesammelt. Die Stadt freut sich über Vorschläge unter www.nuernberg.de/internet/buergerbeteiligung/ob_touren.html



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