Weißenburg - Zwei Pfarrerinnen begleiten Kranke, Angehörige und Mitarbeitende im Klinikalltag vor Ort.
26.05.2026 09:24 Uhr

Im Klinikum Altmühlfranken sind Pfarrerin Sibylle Bloch und Pfarrerin Julia Kleemann zentrale Ansprechpartnerinnen der evangelischen Klinikseelsorge. Beide besuchen Patientinnen und Patienten, begleiten Angehörige und stehen Mitarbeitenden der Klinik beratend zur Seite. Sibylle Bloch ist zusätzlich Mitglied im palliativmedizinischen Team und im klinischen Ethikkomitee. Ihre regelmäßigen Einsätze betreffen vor allem Palliativpatienten, dazu kommen Besuche nach konkreter Anforderung durch die Stationen. Julia Kleemann besucht schwerpunktmäßig die Patienten auf der onkologischen Station und auf den beiden chirurgischen Stationen, auch bei ihr ergänzt durch konkrete Anforderungen durch die Stationen. Zusätzlich begleitet sie noch die ehrenamtlichen Besuchsdienstmitarbeiter, die das seelsorgerliche Angebot von Pfarrerin Bloch und Pfarrerin Kleemann für die Patienten im Klinikum in Weißenburg in unterschiedlichem Umfang ergänzen, laut Dekanat Weißenburg.

Vor ihrem Gemeindedienst arbeitete Sibylle Bloch vier Jahre hauptamtlich als Klinikseelsorgerin, unter anderem in der Cnopfschen Kinderklinik und in der Klinik Hallerwiese in Nürnberg. Diese praktische Erfahrung zeigt sich in ihrem Aufgabenprofil: Moderation von Ethikgesprächen, Mitgestaltung ökumenischer Gedenkfeiern für im Krankenhaus Verstorbene sowie in der Gestaltung von Beisetzungen für Sternenkinder. Im Klinikum in Weißenburg ist sie immer donnerstags von 13 bis 15 Uhr präsent.

Ausbildung, Zeiten und Gottesdienste

Julia Kleemann absolvierte ihre Klinikseelsorgeausbildung in den USA, von wo sie auch ganz besondere Erfahrungen aus dem Bereich der geschlossenen, forensischen Psychiatrie mitbringt. Seit März 2025 besucht sie im Rahmen ihrer Springerstelle im Dekanat immer dienstags zwischen 15 und 18.30 Uhr die Patienten im Klinikum und feiert dort auch regelmäßig Gottesdienste in der Klinikkapelle. Die Kapelle bietet den Patienten auch außerhalb der Gottesdienstzeiten rund um die Uhr Raum für Stille und Gebet.

Beide Krankenhausseelsorgerinnen verstehen die Klinikseelsorge als Dienst, der aus dem biblischen Auftrag heraus Menschen in Krankheit, Sterben und Trauer begleitet. Seelsorge umfasst Besuche und Gespräche, manchmal auch nur Zuhören. Sie bietet auf Wunsch liturgische Angebote, Rituale und Gebete und den seelsorglichen Segen. Seelsorge richtet sich bewusst an alle Menschen in der Klinik: sowohl an Patientinnen und Patienten als auch an Angehörige und Mitarbeitende der Klinik. Dabei ist beiden Seelsorgerinnen wichtig zu betonen, dass Seelsorge – auch wenn sie von der evangelischen Kirche ausgeht – allen Menschen offensteht, unabhängig von deren Kirchen- oder Konfessionszugehörigkeit.

Glaubensfragen und Mitarbeit in Gremien

In Krankheitssituationen treten Glaubens- und Lebensfragen häufig besonders deutlich hervor; Krankenhausseelsorge nimmt diese auf, geht auf die Menschen zu und bietet die Chance, positive Erfahrungen mit kirchlichem Dienst zu machen.

Darüber hinaus arbeitet Seelsorge interdisziplinär in Klinikstrukturen mit, bringt sich in Palliativ- und Ethikgremien ein und ist so Teil der interprofessionellen Versorgung, um auch palliativen Bedürfnissen und ethischen Fragestellungen gerecht zu werden.