Wetzlar - Der Dank galt am Samstagabend dem VfL Gummersbach: Dessen souveräner Heimsieg gegen GWD Minden ebnete dem HC Erlangen letztlich den Weg zum vorzeitigen Klassenverbleib. Daran konnte auch die fünfte Niederlage in Folge nichts mehr ändern.
23.05.2026 21:43 Uhr

Die Ansetzungen am drittletzten Spieltag der Handball-Bundesliga ließen schon vorher erahnen, dass es eine Verlängerung geben könnte für den HC Erlangen. Das eigene Spiel beim Drittletzten HSG Wetzlar (15:47 Punkte) begann um 19 Uhr, das Spiel des Vorletzten GWD Minden (ebenfalls 15:47 Punkte) beim VfL Gummersbach eine Stunde später.

Somit hatten die Erlanger (19:43 Punkte) am Samstag sogar zwei Matchbälle, wobei sie letztlich nur einen selbst verwandeln konnten. Mit einem Sieg in Mittelhessen wären auch letzte theoretische Zweifel am Klassenverbleib aus eigener Kraft endgültig obsolet gewesen, nach der 26:29 (12:14)-Niederlage hieß es aber erstmal, in wahrscheinlich sehr kurzen Abständen auf die Mobiltelefone zu schauen.

So musste es eben in der Ferne der VfL Gummersbach richten, bei einer Niederlage von GWD Minden wäre der HC Erlangen dank des deutlich besseren Torverhältnisses gerettet gewesen. Schon zur Halbzeit lag der Tabellen-Siebzehnte mit sieben Treffern zurück, nach 60 Minuten mit zehn, der Klassenverbleib des mittelfränkischen Handball-Erstligisten ist damit zu 99,9 Prozent sicher.

Trotz erneut großer Personalprobleme hatte der HC Erlangen lange sehr gut mitgehalten bei der HSG Wetzlar und sich nach einem Durchhänger wieder zurückgekämpft. Dass mit Viggo Kristjansson, Marek Nissen und Andri Rúnarsson wieder der komplette Stamm-Rückraum verletzungsbedingt passen musste, merkte man den Gästen zunächst nicht wirklich an.

Beeindruckende Moral

Bis kurz vor der Pause wechselte die Führung ziemlich regelmäßig hin und her, keine der beiden Mannschaften konnte sich absetzen. Der HC Erlangen wirkte extrem fokussiert und engagiert, leistete sich im Verlauf der Begegnung aber den einen oder anderen technischen Fehler zuviel. Aus dem fünften resultierte das 13:12, die HSG legte nach und verpasste sogar zweimal eine Drei-Tore-Führung.

Auch die Zwei-Tore-Führung für Wetzlar zur Halbzeit, unter anderem eine Folge der Umstellung auf eine 5:1-Deckung, stellte Johannes Sellins Rumpfteam nach dem Seitenwechsel trotz beeindruckender Moral vor eine nicht mehr zu lösende Aufgabe. Die fünfte Niederlage in Folge ließ sich trotz energischer Gegenwehr nicht mehr verhindern, sollte aber knapp eine Stunde nach dem Schlusspfiff zur süßesten der Saison werden.

Mit sechs Toren lag der HC Erlangen auch dank ein paar zumindest fragwürdiger Schiedsrichter-Entscheidungen zwischenzeitlich zurück, ließ aber einfach nicht locker und verkürzte gut zwei Minuten vor Schluss durch Maxsim Lochman auf 26:28. Es sollte nochmal spannend werden, aber nur kurz, einigermaßen abgeklärt sorgte die HSG Wetzlar mit dem überragenden Philipp Ahouansou für die Entscheidung.

Der Blick auf die Tabelle lässt dennoch keine Zweifel mehr. Vier Punkte und 85 Tore wird GWD Minden in den restlichen zwei Spielen garantiert nicht mehr aufholen.

HC Erlangen: Herceg, Ghedbane; Bissel 7/5, Metzner 5, Buck 3, Steinert 3, M. Gebala 2, Olsson 2, Y. Bialowas 1, Lochman 1, Scheerer 1, Øverjordet 1, Kos, Firnhaber, Sehnke, Buck. – Schiedsrichterinnen: Janz (Köln)/Sug (Köln). - Zuschauer: 4251. - Strafminuten: 6/6.