
Müssen Eltern ab 2027 damit rechnen, monatlich 100 Euro mehr für die Kita zu bezahlen? Das schreibt BR24. Hintergrund ist die von Bayerns Familienministerin Ulrike Scharf geplante Reform der Kita-Finanzierung, um Einrichtungen stärker zu unterstützen. Die staatliche Betriebskostenförderung wird um 25 Prozent aufgestockt, in diesem Jahr wurden die Mittel bereits mit zusätzlichen 280 Millionen Euro erhöht. Künftig sollen die Träger aber nicht mehr wie bislang dazu verpflichtet sein, die 100-Euro-Zuschüsse an die Eltern weiterzugeben, meldet BR24.
Die Debatte wurde durch ein über Social Media verbreitetes Statement des Münchener Oberbürgermeisters Dominik Krause ausgelöst, in dem er Sparmaßnahmen der Stadt erklärte. Unter anderem könne sich München die seit 2019 für Eltern kostenfreien städtischen Kindergärten nicht mehr leisten. Grund sei unter anderem, dass der Zuschuss durch den Freistaat in Höhe von monatlich 100 Euro pro Kind zum Jahresende wegfalle. Ministerin Scharf wies diese Aussage ebenfalls über Social Media zurück. Die Behauptung, dass der 100-Euro-Kita-Zuschuss gestrichen würde, sei „schlichtweg falsch“, sagte sie auf ihrem Instagram-Kanal. Vielmehr bliebe das Geld im System der Kindertagesbetreuung.
Landeselternbeirat in Bayern warnt davor, dass sich Eltern die Betreuungsplätze nicht mehr leisten könnten
Der Landeselternbeirat in Bayern (LEB) kritisiert das Vorhaben und fürchtet eine soziale Ausgrenzung. Er warnt laut BR24 vor einem Kollaps des Systems von unten, wenn sich Eltern die Betreuungsplätze nicht mehr leisten könnten. Derzeit besuchen knapp 634.000 Kinder eine der insgesamt 11.000 Krippen, Kindergärten oder Tagespflegen. Die Familienministerin appellierte an die Träger, dass Elternbeiträge „bezahlbar bleiben“ müssten. Rechtliche Vorgaben für die Beiträge gebe es nicht, die Träger legen sie selbständig fest.
Der Landtag muss der Reform des Kita-Gesetzes (Bayerisches Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz, kurz BayKiBiG) noch zustimmen. Es soll am 1. Januar 2027 in Kraft treten.

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