
Nach rund fünf Jahren Umbau öffnet das Dokuzentrum Reichsparteitagsgelände seine Türen wieder vollständig für Besucher. Ab Freitag, 22. Mai, startet die neue Dauerausstellung „Nürnberg und die Reichsparteitage“ zunächst im Probebetrieb. Der Besuch ist dabei bereits uneingeschränkt möglich. Dies teilt die Stadt Nürnberg in einer Meldung an die Medien mit.
Die Ausstellung erzählt die Geschichte vom Ende des Ersten Weltkriegs über die Zeit des Nationalsozialismus bis hinein in die Gegenwart. Ausgangspunkt ist die Rolle der Stadt als Schauplatz der Reichsparteitage. Gleichzeitig richtet die Schau immer wieder den Blick auf nationale und internationale Entwicklungen.
Leitsysteme, Medienstationen und inklusive Angebote werden ausgiebig getestet
Während der Probephase sollen vor allem technische und organisatorische Abläufe im laufenden Betrieb getestet und weiterentwickelt werden. Dazu zählen unter anderem Medienstationen, Leitsysteme und inklusive Angebote. Auch das Bildungsprogramm wird in dieser Zeit weiter ausgebaut.
Nicht nur die Ausstellung selbst wurde erneuert, sondern auch das Gebäude umfassend modernisiert. Ein neuer barrierefreier Haupteingang führt nun ins Foyer im Sockelgeschoss. Neu hinzugekommen sind außerdem ein großer Veranstaltungssaal, das sogenannte Auditorium, sowie das inklusive „Café Arthur“. Auch das Studienforum wurde komplett neu ausgestattet.
Oberbürgermeister Marcus König (CSU) spricht von einem „zeitgemäßen Zugang zu einem zentralen Ort der NS-Geschichte“. Das Dokuzentrum verbinde historische Einordnung mit aktuellen Fragen und stärke die Auseinandersetzung mit Demokratie und Erinnerungskultur.
Auch der frühere Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly betont die Bedeutung des Projekts. Die Stadt habe mit dem Dokuzentrum Verantwortung übernommen, die Geschichte des Täterorts zu erzählen. Nach fast 25 Jahren sei eine komplette Neukonzeption der Ausstellung notwendig gewesen.
Baumann: „Besucher sollen Geschichte verstehen und Haltung entwickeln können“
Der Leiter des Dokuzentrums, Imanuel Baumann, erklärt, Ziel der neuen Dauerausstellung sei es, „Geschichte zu verstehen, Urteilskraft zu entfalten und Haltung zu entwickeln“. Die Präsentation orientiere sich an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie an den Bedürfnissen der Besucherinnen und Besucher.
Thomas Eser, Direktor der Museen der Stadt Nürnberg, sagt: „Jetzt wird sich zeigen, wie die jahrelange Vorarbeit vieler Expertinnen und Experten bei unseren Besucherinnen und Besuchern im Alltag ankommt. Probebetrieb bedeutet da natürlich auch ein bisschen Lampenfieber. Für die besonders Neugierigen bietet sich schon das anstehende Pfingstwochenende an, gleich mal vorbeizuschauen.“
Der offizielle Festakt zur Eröffnung ist für den 4. November 2026 geplant – passend zum 25-jährigen Bestehen des Hauses.

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