
Die Vorgabe für die letzten 180 Minuten der Saison hing schon am Sonntagabend am Zaun des Ronhofs. Nach dem emotionalen wie erlösenden 3:0 gegen Fortuna Düsseldorf, mit dem sich die Spielvereinigung in die Relegation rettete, ließ der Hauptsponsor vor der Haupttribüne zwei große Plakate aufhängen. Alle, die das Stadion nach dem Spiel verließen und in dieser Woche im Laubenweg unterwegs waren, kamen gar nicht vorbei an den drei Sätzen, mit denen „Hofmann Personal“ die Ausgangslage zusammenfasste. „Es ist noch nicht vorbei!“, stand dort in Weiß auf Grün. „Ihr habt gekämpft und zusammengehalten. Jetzt nochmal.“
Auch Heiko Vogel lief am Donnerstagvormittag an der Botschaft vorbei, als er für die Pressekonferenz vor dem Relegations-Hinspiel am Freitag (20.30 Uhr/Sat1, Sky) bei Rot-Weiss Essen an den Ort zurückkehrte, an dem er zuletzt so viel Freude verspürt hatte. 3:0. Der höchste Saisonsieg. Neben der offensiven Qualität, die seine Mannschaft endlich wieder zeigte, war der Trainer auch stolz auf die defensive Null. „Es war ein nahezu perfektes Spiel“, lobte der Trainer, „weil wir defensiv als ganze Mannschaft über 90 Minuten nahezu keine einzige gefährliche Situation zugelassen haben.“
Die SpVgg Greuther Fürth steht defensiv sehr viel besser
Vogel sieht darin allerdings kein singuläres Ereignis, sondern eine logische Folge der Entwicklung der vergangenen Monate. „Aus dem Spiel heraus ist es im Moment gar nicht so einfach, zu Torchancen gegen uns zu kommen. Auch schon über einen längeren Zeitraum. Wohlwissend, dass die Statistik auf den ersten Blick eine andere Sprache spricht.“ Seine Mannschaft würde „sehr solidarisch verteidigen“, die neue Stabilität sei „ein Zusammenspiel vieler Faktoren. Deshalb bin ich guter Dinge, dass wir uns stabilisiert haben.“
Tatsächlich hat das Kleeblatt nach 44 Toren in der Hinserie in der Rückrunde nur 24 Gegentore kassiert, was auch die Grundlage für das schwierige Auswärtsspiel beim Drittliga-Dritten sein soll. Im „Hexenkessel“ an der Hafenstraße und im Rückspiel im Ronhof wird es laut Vogel auf eine gute Balance zwischen Defensive und Offensive ankommen, weil die Entscheidung erst am Dienstagabend gegen 22.30 Uhr fällt. „Man muss über 180 Minuten ein Tor mehr erzielen als der Gegner“, betont der 50-Jährige. „Wir wissen, was auf uns zukommt und versuchen, in Essen ein gutes Fundament fürs Rückspiel zu legen.“
Bei den Fundament-Arbeiten im Ruhrpott sei auch der Kopf extrem wichtig. „Es wird ein Spiel, das viel zwischen den Ohren entschieden wird“, glaubt der Trainer. „Da geht es um Mentalität. Nicht in der Form, alles zu investieren, sondern auch resilient zu sein.“ Egal, was auf dem Rasen gerade passiere, man müsse „im Moment bleiben. Den Job zu erledigen wird die schwierigste Aufgabe sein.“
Info
Fürth: Prüfrock; Dehm, Elvedi, Ziereis, Itter – Will, Srbeny – Klaus, Hrgota, Keller – Futkeu.
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