Nürnberg - Einkaufen könnte an diesem Donnerstag in der Region länger dauern: Wegen eines Warnstreiks im Handel rechnet die Gewerkschaft Verdi mit Einschränkungen in Märkten und bei Lieferungen. Diese Läden sind betroffen.
21.05.2026 12:17 Uhr

Kundinnen und Kunden im bayerischen Handel müssen an diesem Donnerstag, 21. Mai, mit Einschränkungen rechnen. Die Gewerkschaft Verdi hat Beschäftigte aus mehr als 130 Betrieben in allen Regierungsbezirken zu Warnstreiks aufgerufen.

Betroffen sind unter anderem Filialen, Lager und Logistikstandorte von Amazon, Edeka, Ikea, Kaufland, Lidl, MediaMarkt, Metro, Rewe, Penny, Norma und Zara. Laut Verdi kann es zu Verzögerungen bei Lieferungen, Einschränkungen beim Service und der Besetzung der Kassen kommen. Teilweise könnten Regale langsamer aufgefüllt werden oder Bestellungen später ankommen.

Gewerkschaft Verdi: „Das Verhalten der Arbeitgeber ist unverschämt“

Hintergrund sind die laufenden Tarifverhandlungen im Einzel-, Versand- sowie Groß- und Außenhandel in Bayern. Verdi wirft den Arbeitgebern vor, zum Auftakt kein Angebot für höhere Löhne vorgelegt zu haben. Die Gewerkschaft fordert unter anderem 222 Euro mehr Gehalt pro Monat, höhere Ausbildungsvergütungen und ein Mindestentgelt von 14,90 Euro pro Stunde für untere Lohngruppen. Im Groß- und Außenhandel verlangt Verdi sieben Prozent mehr.

„Das Verhalten der Arbeitgeber ist unverschämt“, so Verdi-Verhandlungsführer Thomas Gürlebeck. Während Mieten, Lebensmittel und Energiekosten teurer würden, müssten viele Beschäftigte trotz steigender Umsätze der Handelskonzerne ums Auskommen kämpfen.

An der zentralen Kundgebung in Nürnberg nahmen Hunderte Streikende teilt. Kunden bittet die Gewerkschaft um Verständnis. Ziel der Aktionen seien die Arbeitgeber – nicht die Verbraucher.