
Um kurz vor halbsechs schien am Sonntagabend die Sonne über dem Ronhof - und sank ein ganzer Verein erleichtert zu Boden. Mit einem stürmischen 3:0 (3:0) gegen Fortuna Düsseldorf hatte sich eine in diesem Jahr so lange und beständig kriselnde Spielvereinigung Greuther Fürth zwar nicht direkt vor dem Abstieg, aber immerhin in zwei Relegationsspiele gegen Rot-Weiss Essen gerettet. Es werden zwei letzte Chancen für das Kleeblatt, aber das ist mehr als man erwarten durfte.
Gestartet war die Spielvereinigung im Wissen, besser mit drei Toren Unterschied zu gewinnen, um im Vierkampf gegen den Abstieg mit der Fortuna, Arminia Bielefeld und Eintracht Braunschweig sicher noch auf den Relegationsplatz 16 zu springen - und mit einer auf drei Positionen veränderten Anfangself im Vergleich zur 1:2-Niederlage bei der Hertha. Für Reno Münz, Maximilian Dietz und Aaron Keller begannen Luca Itter, Dennis Srbeny und Sayfallah Ltaief.
Die SpVgg Greuther Fürth spielt von Beginn an auf Attacke
Von seiner Mannschaft hatte Trainer Heiko Vogel vorab gesagt, dass sie bei allem Zwang bitte nicht zur Panik-Taktik der „kopflosen Attacke“ greifen solle. Zugehört hatte seine Mannschaft offenbar immerhin mit einem halben Ohr: Kopflos war da zu Beginn sehr wenig, dafür sah man sehr viel Attacke, wirklich sehr viel.
Die Belohnung: Bereits nach zwei Minuten bediente Itter den mitgelaufenen Felix Klaus und der traf gegen seinen anderen Herzensverein mit links und Hilfe des Innenpfostens zum 1:0. Besser kann so ein existenzielles Fußballspiel nicht beginnen, wie schwierig die Aufgabe blieb, zeigte ein Blick auf die Tabelle, die das Kleeblatt immer noch auf Rang 17 notierte.
Die Tabelle schien in diesem ersten Durchgang aber keine Rolle zu spielen in den Köpfen von Vogels Mannschaft. So als hätte es die 33 Spiele zuvor nicht gegeben, stürmte Fürth weiter. Nach 16 Minuten war es wieder Klaus, der sich auf dem rechten Flügel etwas zu einfach gegen die desolate Düsseldorfer Defensive durchsetzte, kurzerhand abschloss und abgefälscht schon wieder Florian Kastenmeier überwand.
Nach dem 2:0 erlaubten sie sich im Ronhof ein erstes Mal etwas Glückseligkeit - waren zu diesem Zeitpunkt aber als 17. immer noch abgestiegen. Ein Zeichen dafür, wie tief sie sich ihr eigenes Loch gegraben hatten in der bisherigen Saison. Aber sie kletterten weiter heraus. 34 Minuten waren absolviert, als Klaus den besser postierten Futkeu übersah. 36 Minuten, als genau dieser Klaus den Kopf von genau diesem Futkeu fand - 3:0.
Der dritte Torjubel des Nachmittags geriet dem Kleeblatt besonders ausgiebig und gab so mit Kastenmeier Zeit, wirklich jeden einzelnen seiner überforderten Mitspieler ordentlich zu beschimpfen. Den Fürthern konnte es egal sein, zumal nun auch das Tabellenbild zur Stimmung passte: Fürth war plötzlich 15. und hatte Platz 14 in Sichtweite, weil sowohl Bielefeld als auch Braunschweig beinahe zeitgleich Rückstände zu verarbeiten hatten.
Kurz danach war ein atemloser erster Durchgang beendet und feierte der Ronhof so laut, als wäre der Klassenverbleib schon geschafft. Dass er es nicht war, sah man nach der Pause: In Bielefeld glich die Arminia gegen Berlin aus, Fürth rutschte wieder auf Platz 16. Dummerweise wachte gleichzeitig auch die Fortuna auf und näherte sich dem Tor von Silas Prüfrock anders als in Halbzeit eins zumindest zaghaft an. Das Zittern hatte nur eine kurze Verschnaufpause gemacht in Fürth.
Die Gastgeber brauchten etwas, um wieder Schwung aufzunehmen, hatten das aber nach knapp einer Stunde geschafft. Dann wurde erst Hrgota elfmeterreif gefoult, hatte aber vorher im Abseits gestanden (63.), ehe Klaus nach einem Konter nur das Außennetz traf (68.). Nach 73 Minuten erzielte Futkeu das 4:0, Fürth war wieder 15. dank der nun besseren Tordifferenz gegenüber Braunschweig - ehe der VAR eingriff: Futkeu hatte knapp im Abseits gestanden.
Statt der Rettung blieb es dabei: Ein Tor der Fortuna hätte Fürth in die 3. Liga geschickt. Ein eigenes Tor wiederum hätte das Kleeblatt gerettet. Es fiel kein Tor mehr - aber Fürth lebt noch, während die Fortuna absteigt. Aus dem Ronhof wurde das Kleeblatt mit einem Jubelsturm verabschiedet - alle Fürther standen wieder aufrecht.
Info
Fürth: Prüfrock; Elvedi, Ziereis, Itter (89. Bjarnason) - Dehm, Srbeny (61. Arifi), Will, Ltaief (66. Münz) - Klaus, Hrgota - Futkeu. - Düsseldorf: Kastenmeier; Fridriksson (46. Rasmussen), Oberdorf, Egouli, Lenz (82. Daland) - Alexandropoulos (46. Tanaka), Breithaupt - Iyoha, Appelkamp, Suso (46. Paulina) - Ljubicic.
Schiedsrichter: Osmers (Hannover). - Zuschauer: 1:0 Klaus (2.), 2:0 Klaus (16.), 3:0 Futkeu (36.). - Tore: 16.126 (ausverkauft). - Gelbe Karten: Will, Itter / Appelkamp, Alexandropulos, Paulina, Daland.
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7 Kommentare
Der Beobachter
@Fünfundfünfzigerfan: Danke für die Korrektur, man sollte sich nie nur auf die KI verlassen ;-) Allerdings war Occean mit 17 Toren damals nur einer von Dreien neben Proschwitz und Meier, während Eigler zwar der erste alleinige Torschützenkönig für uns war, aber „nur“ 18 Tore erzielte. Insofern sind die 19 Tore von Futkeu dann doch was besonderes. Sollte er in der Relegation noch treffen, zählt das aber natürlich nicht mehr dazu, wäre aber für den Klassenerhalt immens wichtig. Also Noel, mach gerne weiter so !
18.05.2026 19:52 Uhr