München - Bei Siemens wird die Macht im Aufsichtsrat neu verteilt. Vorsitzender soll der frühere Nestlé-Chef Mark Schneider werden, obwohl es Kritik gibt. Der scheidende Aufsichtsratschef Jim Hagemann Snabe stärkt Schneider mit viel Lob den Rücken.
12.05.2026 18:22 Uhr

Siemens stellt die Weichen für die nächste Phase seiner Transformation: Mit Blick auf die Hauptversammlung 2027 ordnet Deutschlands wertvollster Dax-Konzern seinen Aufsichtsrat neu und treibt die Strategie zur „One Tech Company“ voran. Im Zentrum steht dabei der designierte Aufsichtsratschef Mark Schneider, dem das Gremium demonstrativ den Rücken stärkt.

Der frühere Nestlé-Chef soll nach dem Willen des Aufsichtsrats nach der Hauptversammlung im Februar 2027 den Vorsitz von Jim Hagemann Snabe übernehmen. Snabe bezeichnet Schneider als idealen Kandidaten: „Er wird das sehr, sehr gut machen“, sagte er dem „Handelsblatt“. Schneider bringe umfassende Erfahrung in der Steuerung großer Transformationsprozesse mit. Kritiker vermissen technologische Tiefe, doch diese Kompetenz werde stärker im Gesamtgremium verankert.

Nathalie von Siemens verlässt den Siemens-Aufsichtsrat

Mit Ola Rollén, Marion Helmes und Christoph von Seidel sollen drei neue Mitglieder in den Aufsichtsrat einziehen. Sie stehen für zusätzliche Digitalkompetenz, finanzielle Expertise sowie das Familienmitglied von Seidel auch für die weiterhin enge Bindung an die Gründerfamilie. Nathalie von Siemens, die das Gremium nach mehr als zwölf Jahren verlässt, wies Berichte über Vorbehalte innerhalb der Familie gegenüber Schneider zurück und betonte das Vertrauen in ihn.

Parallel zur personellen Neuaufstellung treibt Siemens seine strategische Neuausrichtung voran. Ziel sei es, die Geschäfte enger zu verzahnen und Synergien insbesondere in Technologie und Vertrieb zu heben, erklärte Snabe. Erste Schritte der Neuorganisation sollen Arbeitnehmervertretern in Kürze vorgestellt werden.