
Vor den Nazis geflohen, in den USA zur Macht gelangt, den Weltenlauf beeinflusst, aber niemals die Verbindung zur Fürther Heimat verloren. Was für ein Panorama! In der achten Folge des Podcasts „Die größten Franken aller Zeiten“ sprechen Lukas Koschyk und Thomas Correll über Henry Kissinger, Ex-Außenminister der USA und Mastermind hinter verschiedenen Strategien und Theorien, die bis heute wirkungsmächtig sind.
2023, einige Monate vor seinem Tod, feierte Kissinger seinen 100. Geburtstag. In New York, in London - und in Fürth. Dafür ließ er sich einfliegen und noch am selben Abend wieder ausfliegen. Keine Zeit für eine Übernachtung. Termine. Als 100 Jahre alter Mann! Es sagt viel über das Arbeitsethos des Juden, der 1938 gerade noch rechtzeitig aus Nazi-Deutschland geflohen war.
Henry Kissinger legt in den USA einen atemberaubenden Aufstieg hin
Seine Familie zählte zum liberalen Bürgertum der vormals lebhaften jüdischen Gemeinde Fürths, besonders für den Vater war die erzwungene Auswanderung ein schwerer Schlag. Für den jungen Heinz Alfred, der sich in den USA dann in Henry umbenennt, eröffnen sich Chancen. Kissinger kehrt als Mitglied der Army zurück nach Deutschland und arbeitet sich dort während des Kriegs und in der Folge nach oben. Der Aufstieg des blitzgescheiten Lebemanns setzt sich an der Universität Harvard fort - hier wird traditionell die zukünftige Elite des Landes ausgebildet.
Nach einigen Publikationen findet Kissinger seinen Weg in die Politik, die ihm schließlich das höchste Amt einbringt, das ein nicht in den USA geborener Mensch dort ausüben kann: Er wird Außenminister in der Regierung des republikanischen Präsidenten Richard Nixon. Die zentralen Fragen unseres Podcasts sind: War Kissinger ein genialer Diplomat oder ein skrupelloser Kriegsverbrecher? War er vielleicht sogar beides? Und wie sehr prägen seine Ideen noch immer die Politik des mächtigsten Landes der Erde?
Schließlich gilt es, wie bei den „Größten Franken“ üblich, ein Urteil zu fällen. Und, ohne zu viel verraten zu wollen, in keiner der vorigen Folgen war die Bewertung so schwierig wie bei Kissinger. Als „Gehilfe mit Vorschlagsrecht“ und „Scheinriese“ hat ihn sein Biograf Bernd Greiner einerseits bezeichnet, andererseits lässt sich von Richard Nixon und dem Vietnamkrieg über George W. Bush und dem Irakkrieg bis zu Donald Trump und seinen völkerrechtswidrigen Abenteuern eine Traditionslinie ziehen - und überall auf dieser Linie finden sich Kissingers Fingerabdrücke.
Diese und alle weiteren Folgen von „Die größten Franken aller Zeiten“ sind auf den gängigen Podcast-Plattformen zu finden. Reaktionen und Kritik an [email protected] sind ausdrücklich erwünscht, viel Spaß beim Zuhören!


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