
Kurz vor dem Anpfiff wurde es auf der Pressetribüne kurz hektisch. Während die Fürther und Nürnberger Fans das Frankenderby mit Choreografien einleiteten, verteilten Mitarbeiter der Spielvereinigung auf den letzten freien Reporter-Plätzen eilig noch einige weiß-grüne Schals. Warum, sah man wenige Momente später. Da lief eine große asiatische Reisegruppe mit braunen Papiertaschen voller Club-Schals, Rucksäcken und sehr vielen Kameras und Handys vorbei, um sich ihre Plätze zu suchen.
Was man dann erlebte, war ein Crashkurs in Derby-Kunde und fränkischer Fußballkultur. Die einen verdrückten noch schnell ihre Bratwurstsemmel, die anderen machten Fotos im Club- und Kleeblatt-Schal, mancher posierte noch schnell für ein Selfie, um sich und die Atmosphäre für immer festzuhalten. Nur: Wer waren all diese Menschen, die da so aufgeregt schienen - inmitten von Reportern, für die ein Derby zwar immer noch besonders ist, die aber auch gefühlt schon alle möglichen Geschichten dazu aufgeschrieben haben?
Neue Fans für die SpVgg Greuther Fürth in Fernost?
Die ungewohnten Gäste hingegen fieberten mit, filmten dauerhaft alles und jeden, machten Fotos, klatschten im Takt der Fans und schienen ganz beseelt von diesen 90 Minuten Frankenderby. Von ihrem Besuch in Deutschland, der sie tags zuvor schon nach München geführt hatte, wo sie sich das wilde wie späte 3:3 des FC Bayern gegen den 1. FC Heidenheim angeschaut hatten.
Die Pressestelle des Kleeblatts klärte schließlich auf: Die Delegation aus asiatischen Journalisten und Influencern war auf Einladung der „Deutschen Fußball Liga“ (DFL) in München und Fürth unterwegs, um Eindrücke zu sammeln, wie es so in deutschen Stadien zugeht. Vielleicht hat das Kleeblatt jetzt also neue Fans in Fernost.


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