
Die Sprüche vor dem 276. Derby zwischen der Spielvereinigung Greuther Fürth und dem 1. FC Nürnberg klangen einigermaßen markig dafür, dass beide Mannschaften eine sehr überschaubar erfolgreiche Saison spielen. Fürths Trainer Heiko Vogel kündigte an eine Mannschaft aufs Feld schicken zu wollen, die „ auf Krawall gebürstet“ ist. Nürnbergs Miroslav Klose bewegte sich verbal in eine ähnliche Richtung und kündigte an: die „Visiere herunter und aufeinander los“.
Abgesehen davon, dass man im Kampf die Visiere eher hoch nimmt, klang das bei beiden Trainern nach den ernüchternden Auftritten der letzten Wochen eher nach Zweckoptimismus. 16.126 im ausverkauften Ronhof sahen dann tatsächlich eine kämpferische Partie, die mit dem 1:1 (1:1) ein gerechtes Ende fand. Fürth dominierte den ersten Durchgang, der Club war nach der Pause besser. Während die Saison aber für die Nürnberger nur noch austrudelt hätten die Gastgeber im Abstiegskampf mehr gebraucht als nur diesen einen Punkt.
Wenige Änderungen bei SpVgg Greuther Fürth und 1. FC Nürnberg
Nach dem 1:2 beim VfL Bochum eine Woche zuvor hatte Vogel seine Startelf nur auf einer Position verändert: Für Mittelfeldspieler Maximilian Dietz rutschte Angreifer Felix Higl in die Anfangsformation, die beim Club exakt dieselbe war wie beim klassenverbleibssichernden 1:0 gegen den 1. FC Magdeburg. Das bedeutete auch, dass die Gäste erneut auf Mohamed Zoma verzichten mussten, der einzige Angreifer, der in Kloses Mannschaft Torgefahr ausstrahlt.
So entwickelte sich dann auch eine Partie, in der der Club zwar mehr Ballanteile hatte, aber in der ersten Halbzeit nur eine Chance, die Kapitän Fabio Gruber in der Nachspielzeit zum 1:1-Ausgleich nutzte. Gefährlich war vorher nur das Kleeblatt, das immer wieder schnell den Weg nach vorne fand und sich vielleicht mit mehr als einem Treffer hätte belohnen müssen.
Bereits nach sieben Minuten schoss Higl aus spitzem Winkel hauchdünn am linken Pfosten vorbei. Sechs Minuten später war es Noel Futkeu, der mit seinem 17. Saisontor das Kleeblatt völlig verdient in Führung brachte: Einen abgefälschten Schuss von Paul Will wehrte Torwart Jan Reichert zwar ab, Futkeu aber spitzelte den Abpraller über die Linie - der VAR kassierte die Abseitsentscheidung von Schiedsrichter Sören Storks schnell wieder ein.
Branimir Hrgota schoss einen Freistoß noch über das Tor (17. Minute), Futkeus Abschluss sieben Minuten später wurde in letzter Sekunde von Fabio Gruber geblockt. Nach einer Ecke von Hrgota scheiterten erst Philipp Ziereis und dann Futkeu mit einer Doppelchance an Reichert, der als einziger Nürnberger in Derbyform war. In der Pause sang der Nürnberger Anhang dann trotzdem hoffnungsfroh, weil Aaron Keller eine Abseitsposition von Lochoshvili aufgehoben und Gruber den Ball über die Linie gedrückt hatte, nachdem der georgische Innenverteidiger noch an Prüfrock gescheitert war.
Viel unglücklicher hätte diese erste Hälfte für das Kleeblatt nicht verlaufen können - und viel glücklicher nicht für den Club. Offenbar hatte das den Nürnbergern selbst ein schlechtes Gewissen gemacht und sie starteten zumindest ein wenig engagierter in den zweiten Durchgang: Justvan bediente Becker, der den Ball über das Tor lupfte (55.), ehe Justvan selbst nach einer Hereingabe von Yilmaz aus zwölf Metern freistehend den Ball nicht richtig und damit auch das Tor nicht traf.
Auf der Gegenseite eröffnete Klaus die zweite Hälfte auch für Fürth, sein Schuss aus 14 Metern geriet aber zu harmlos, um Reichert vor eine wirkliche Prüfung zu stellen. Grundsätzlich aber blieb es dabei, dass sich der Club nun mehr um den Sieg bemühte. Nach einer Ecke schoss Justvan aus kurzer Distanz weit über das Tor (67.) und Lubach verfehlte sein Ziel aus sieben Metern halblinker Position (71.).
Das Kleeblatt wirkte seltsam verhalten, hätte nach 78 Minuten aber doch wieder in Führung gehen können, aber weder der eingewechselte Srbeny noch Klaus brachten den Ball ins Tor. Danach hatte der Club wieder alles unter Kontrolle, kam aber auch nicht mehr entscheidend vor das Fürther Gehäuse. Der Spielvereinigung bleiben nun nur noch zwei Partien, um den Abstieg und noch mehr Krawall abzuwehren, der Club kann die Saison abhaken und die Visiere hochnehmen.
Neues von der SpVgg Greuther Fürth
Sie wollen keine News und Storys zum Kleeblatt verpassen? Das ist mit dem neuen WhatsApp-Kanal von NN.de I SpVgg Greuther Fürth ganz einfach. Hier geht es direkt zum WhatsApp-Channel - eine „Schritt für Schritt“-Anleitung finden Sie hier.
Außerdem empfehlen wir Ihnen die Push-Funktion unserer App „NN News“. Hier können Sie das Kleeblatt als Ihr Lieblingsthema auswählen. Die App „NN News“ können Sie über folgende Links downloaden:
Alle Infos zum 1. FC Nürnberg auf Ihrem Smartphone
Sie wollen keine News und Storys zum 1. FC Nürnberg verpassen? Das ist mit dem neuen WhatsApp-Kanal von NN.de - Deine FCN-News ganz einfach. Hier geht es direkt zum WhatsApp-Channel - eine „Schritt für Schritt“-Anleitung finden Sie hier. Außerdem empfehlen wir Ihnen die Push-Funktion unserer App „NN News“. Hier können Sie den Club als Ihr Lieblingsthema auswählen. Die App „NN News“ können Sie über folgende Links downloaden:


5 Kommentare
Der Beobachter
Es müßten jetzt eigentlich noch 6 Punkte her, um den Abstieg sicher zu vermeiden. Aber wenn man nichtmal in einem Derby die nötige Mentalität, die man im Abstiegskampf braucht, an den Tag legt (entgegen der vollmundigen Ankündigenden unseres überforderten Trainers) dann fehlt wahrscheinlich nicht nur mir die Fantasie, wie das noch klappen soll. Aber unser Schönredner wird schon wieder die richtigen Worte finden, damit die Mannschaft topmotiviert ihr Herz wieder auf dem Platz läßt. Und hinterher wird er auch nach einer Niederlage hochzufrieden mit der Leistung der Truppe sein und glücklich mit ihr zusammen absteigen. Egal wie das ausgeht - nach der Saison muß ein kompletter Schnitt im Kader und erst recht in der sportlichen Leitung inklusive Trainer her. Sie haben unseren Verein innerhalb kurzer Zeit in jeder Beziehung ruiniert. Danke für nichts, meine Herren !
03.05.2026 20:17 Uhr