Nürnberg - Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, um Holzterrassen und Balkone fit für den Sommer zu machen. Eine gründliche Reinigung kann das Eindringen von Schmutz verhindern und die Lebensdauer verlängern.
05.05.2026 08:00 Uhr

In diesem Artikel:

Die Sonne ist auch in Franken mittlerweile zum täglichen Begleiter geworden. So manche stehen mit Spaten in der linken und Blumentopf in der rechten Hand bereit, um endlich auch im Garten oder auf dem Balkon den Frühling und Sommer einläuten zu können. Bevor Sie sich aber ans Umgraben, Einpflanzen und Dekorieren machen, lohnt sich ein Blick zu Boden.

Haben Sie eine Holzterrasse? Oder einen Balkon mit Holzdielen oder Holzfliesen? Dann sollten Sie die vorher einmal gründlich reinigen und pflegen - und das dann am besten zu einer regelmäßigen Routine werden lassen.

Holz ist noch immer beliebt. Der natürliche Rohstoff schafft eine warme und gemütliche Atmosphäre – braucht aber auch viel Pflege. Mit der Zeit verwittert es, wenn es ganzjährig draußen den Jahreszeiten ausgesetzt ist. Besonders Regen und Schnee lassen Holzterrassen und Balkone mit der Zeit grau aussehen.

Zweimal jährlich sollten es deshalb gereinigt werden, dafür eignet sich am besten der Frühling und der Herbst. Für die Reinigung sollte die Holzoberfläche vollständig trocken, lackiertes Holz im besten Fall abgeschliffen oder abgebeizt sein.

Schiebt man das Reinigen zu lang auf, können Schmutzpartikel tief in die Holzporen eindringen. Sie sollten die Oberfläche also von grobem Schmutz, Blättern und Ablagerungen befreien. Dafür eignet sich ein Besen oder ein Laubbläser. Helfen können auch chemische Mittel für die Holzreinigung, die enthalten sogenannte Tenside. Sie müssen einige Zeit einwirken, bevor sie dann mit Wasser gründlich abgespült werden können. Bei hartnäckigen Verschmutzungen hilft nur der Griff zum Schrubber oder einer gröberen Bürste. Je tiefer der Schmutz schon ins Holz eingedrungen ist, desto öfter sollte der Vorgang wiederholt werden.

Ein Hochdruckreiniger oder Akku-Druckreiniger kann den Reinigungsprozess natürlich verkürzen und vereinfachen. Aber Vorsicht: gerade weiches Holz kann dadurch beschädigt werden. Durch den hohen Druck kann die obere Holzschicht auffasern, die Oberfläche rau werden und sich Splitter lösen. Hartholz oder geölte Gartenmöbel halten die Hochdruckreinigung meist problemlos aus. Arbeiten Sie damit aber nicht auf der höchsten Stufe und achten Sie auf eine rotierende Bürste, die sind schonender als Flachstrahldüsen.

Podengo Português, Rauhaar, liegt auf Holzterrasse
Beim Reinigen mit dem Hochdruckreiniger auf höchster Stufe kann die Holzoberfläche auffasern und splittern. Das kann im Sommer für nackte Füße und Pfoten schmerzhaft werden. © IMAGO/Georg Stelzner

Wer noch mit dem Gedanken spielt, sich eine Holzterrasse zu bauen oder von Grund auf zu erneuern, kann sich die Reinigung von Vornherein einfacher machen. Wenn die Terrasse leicht abfällt, fließt das Wasser besser ab. Das schützt vor Feuchtigkeit. Auch nachträglich lassen sich gegebenenfalls noch Entwässerungsrinnen installieren.

Grünbeläge fallen unter normale Verwitterungserscheinungen, ein Abschleifen ist nicht nötig. Für sie braucht man allerdings Reinigungsmittel aus dem Fachhandel. Diese Grünbelagsentferner gibt es schon für 5 bis 10 Euro. Wer sich das Geld sparen möchte, kann es auch erstmal mit einem Eimer warmen Wasser und drei Esslöffeln Waschsoda probieren. Kombinieren kann man das noch mit Kernseife, die hat durch die enthaltenen Pflanzenöle auch einen leicht pflegenden Effekt.

Eine stark vergraute Terrasse sollte im allerersten Schritt mit einem Holzentgrauer gereinigt werden. Den gibt‘s etwa im Baumarkt, dort kostet er zwischen 15 und 30 Euro. Entgrauer enthalten ein Bleichmittel, das den Grauschleier entfernt und den natürlichen braunen Farbton wieder zum Leuchten bringt.

Schöne Holzterrasse an einem neu angelegten Garten
Wer eine Holzterrasse neu baut, sollte sie leicht abfallend anlegen, damit das Wasser gut abfließen kann. © IMAGO/Udo Herrmann

Für die Pflege nach der Reinigung gibt es ein fast grenzenloses Angebot an Produkten. Pflegeemulsionen auf Naturölbasis dringen leicht und tief in die Holzoberfläche ein und eignen sich für eine schonende, aber intensive Pflege. Sie passen gut bei Thermoholz und kesseldruckimprägnierten Produkten. Restfeuchtigkeit kann hier entweichen und das Holz atmen. Trotzdem wird die Oberfläche schmutz- und weitgehend wasserabweisend. Sie sind außerdem unbedenklich für die Gesundheit und können auch im Innenbereich angewendet werden. Gleiches gilt für Lasuren auf Wasserbasis.

Grundsätzlich gibt es im Fachhandel aber für nahezu jede Holzart die richtige Pflegeemulsion. Das jeweilige Mittel einfach gleichmäßig auf der gereinigten und getrockneten Fläche auftragen. Anschließend überschüssige Reste mit einem Flächenstreicher oder einem flusenfreien Tuch abtragen. Danach mindestens acht Stunden trocknen lassen.

Diese Pflegeeinheit schützt vor Regenschauern im Sommer und verleiht Ihrer Terrasse oder dem Balkon neuen Glanz. So steht lauschigen Abenden mit Freunden nichts mehr im Weg.