
Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches, Herrscherin über weite Teile Europas, Bistumsförderin, Heilige: Kunigunde von Luxemburg war vieles. Vor allem war sie aber eine Frau, die im frühen Mittelalter ihre Macht nutzte und Einfluss nahm: auf die Feldzüge und Entscheidungen ihres Mannes, Kaiser Heinrich II. Auf die Gründung des Bistums Bamberg und den Bau des dortigen Doms. Auf das Vermächtnis der ausgehenden Dynastie der Ottonen, und auf die Geschäfte des ostfränkischen Reiches, nördlich und südlich der Alpen.
Kunigunde, eine von zehn Kindern von Siegfried I., dem Gründer des heutigen Großherzogtums Luxemburg, ist bis heute präsent im fränkischen Raum. Legenden ranken sich um sie. So soll sie Bamberg im Zweiten Weltkrieg in einen Nebelschleier gehüllt und damit vor der Bombardierung durch die US-Armee geschützt haben. Auch wird ihr das Bestehen einer Feuerprobe nachgesagt, angeblich lief sie unversehrt über glühende Pflugscharen und bewies damit ihre Unschuld im Rahmen eines sogenannten Gottesurteils - einer Praxis im Mittelalter, in der in einem Rechtsstreit durch ein übernatürliches Zeichen eine Entscheidung herbeigeführt wurde.
Kaiserin Kunigunde ist in die Regierungsgeschäfte ihres Mannes Heinrich involviert - doch an einem entscheidenden Punkt auffällig abwesend
Die weitestgehende Verschonung des Stadtkerns Bambergs am Ende des Zweiten Weltkriegs durch die Bomben der Alliierten darf zwar eher der fehlenden Industrie vor Ort als Kunigundes Schleier zugeschrieben werden und das ihr nachgesagte Pflugscharen-Wunder taucht erst im 12. Jahrhundert im Zuge ihrer Heiligsprechung in Aufzeichnungen auf.
Trotzdem wird die Kaiserin bis heute verehrt und rund um ihren Todestag, den 3. März, feiern viele Gemeinden in der Region das Andenken an die Bistumspatronin. Kunigunde und Heinrich II. sind bis heute das einzige heiliggesprochene Kaiserpaar der deutschen Geschichte und nehmen als Stifter des Bistums Bambergs vor allem in der oberfränkischen Metropole eine besondere Rolle ein. Wenngleich die sonst so emsige und in den Regierungsgeschäften involvierte Kunigunde in der Zeit der Bistumsgründung auffällig abwesend ist - aus gutem Grund.
In Folge 7 von „Die größten Franken aller Zeiten“ tauchen die beiden Redakteure Thomas Correll und Lukas Koschyk in das frühe Mittelalter ein und haben dazu das erste Mal einen Gast eingeladen. Mats Pfeifer vom Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte der Otto-Friedrich-Universität Bamberg gibt Einblicke in eine Zeit von Ständegesellschaft und Symbolik, Macht und Religion, Frömmigkeit und Frevel - und beantwortet die Frage: Taugt Kunigunde von Luxemburg vielleicht gar als frühes, feministisches Vorbild? Und ist sie die größte Fränkin aller Zeiten?
So funktioniert der VNP-Podcast „Die größten Franken aller Zeiten“
Zehn Folgen, zehn große Persönlichkeiten, zehn Mal Eintauchen in Biografien, diskutieren, streiten und Spaß haben - Thomas Correll und Lukas Koschyk machen sich auf eine Reise durch die Geschichte Frankens und der Menschen, die sie geprägt haben. Aus zehn Kandidatinnen und Kandidaten wollen die beiden Redakteure den oder die Größte bestimmen und bewerten: die drei Kategorien sind Genialität, Einsatz und Vermächtnis. In jeder sind maximal zehn Punkte zu vergeben, dazu kommt das Ergebnis des Votings, in dem alle Leserinnen und Leser des VNP vorab selbst ihre Reihenfolge bestimmen konnten. Bis dato waren schon so spannende Persönlichkeiten wie Petra Kelly, Lothar Matthäus, Tilman Riemenschneider oder Grete Schickedanz Thema des Podcasts.
Ein Hinweis in eigener Sache: Uns ist bewusst, dass wir hier Äpfel mit Birnen vergleichen, dieser Irrsinn ist mit einem Augenzwinkern zu verstehen. Die beiden Redakteure sind keine Wissenschaftler und tragen keine Doktortitel. Große Namen und gute Geschichten - darum geht es. Über Rückmeldungen - egal ob positiv oder kritisch - freut sich das Team jederzeit unter [email protected]. Die ersten sieben Folgen von „Die größten Franken aller Zeiten“ sind auf allen gängigen Podcast-Plattformen zu finden, viel Spaß beim Zuhören.

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