Nürnberg - Ein Knall und eine zerborstene Fensterscheibe sorgten im Nürnberger Stadtteil Rennweg am Abend des 27. April für einen großen Schrecken. Bei der Explosion wurde eine Person verletzt, es entstand ein beträchtlicher Sachschaden.
28.04.2026 07:35 Uhr

Eine Explosion lässt immer Schlimmstes Befürchten. Kommen weitere Detonationen? Ist das ganze Haus in Gefahr? In diesem Fall ist das Ganze aber nochmal glimpflich ausgegangen, trotz eines hohen Gefahrenpotenzials.

Was war passiert? Am Abend des 27. April gab es einen lauten Knall und die Fensterscheibe einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in der Ludwig-Feuerbach-Straße zerbarst. Die Druckwelle war so stark, dass Teile eines Rollladens in einen benachbarten Baum geschleudert wurden. Zudem zersplitterten zwei bodentiefe Fenster vollständig, und die umherfliegenden Trümmer beschädigten mehrere geparkte Fahrzeuge.

Gegen 18.30 Uhr alarmierte die Integrierte Leitstelle Nürnberg die Wachen 1 bis 4 der Berufsfeuerwehr sowie die Freiwilligen Feuerwehren Boxdorf und Laufamholz. Menschen hielten sich in dem kritischen Umkreis zum Zeitpunkt der Explosion in der Apartmentwohnung nicht auf, wie die Polizei mitteilt.

Schon auf der Anfahrt erkannten die ersten Einsatzkräfte das Ausmaß der Zerstörung. Weit verstreute Glassplitter vor dem Gebäude ließen auf eine starke Druckwelle schließen. Die Feuerwehr sperrte den Gefahrenbereich umgehend ab und begann mit der Durchsuchung der betroffenen Wohnung. Dabei stießen die Einsatzkräfte auf eine verletzte Person. Sie wurde aus der Wohnung gerettet und dem Rettungsdienst übergeben.

Teile der explodierten Gaskartusche landeten in einem Baum

Eine Drehleiter kam zum Einsatz, um auch Explosionsteile aus einem Baum zu holen. Die Scherben wurden beseitigt. Während dieser Zeit war die Straße für etwa 30 Minuten gesperrt.

Währenddessen wurde auch die Ursache der Explosion gefunden. Auslöser war eine handelsübliche Flüssiggas-Kartusche mit einem Inhalt von rund 300 Gramm, die sich durch Hitzeeinwirkung so stark erhitzt hatte, dass sie infolge des Druckanstiegs explodierte.

Im weiteren Einsatzverlauf überprüften die Einsatzkräfte die Wohnung auf eine mögliche Gaskonzentration und führten anschließend Sicherungs- und Aufräumarbeiten durch.

Die Feuerwehr Nürnberg weist in diesem Zusammenhang auf die Gefahren beim Umgang mit gasgefüllten Behältern hin. Gaskartuschen, Gasflaschen sowie andere unter Druck stehende Behälter sollten ausschließlich bestimmungsgemäß verwendet und gelagert werden. Zudem ist es wichtig, sie vor Hitze zu schützen, da bereits geringe Erwärmung zu einem gefährlichen Druckanstieg und im Extremfall zu Explosionen führen kann.

Der Artikel wurde am 28. April um 7.30 Uhr mit Informationen aus der Pressemitteilung der Berufsfeuerwehr Nürnberg ergänzt.


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