Erlangen - In Erlangen-Süd entstehen 72 neue, barrierefreie Wohnungen - gefördert, bezahlbar und ohne zusätzliche Flächenversiegelung. Die Gewobau Erlangen setzt dabei auf serielle Sanierung und modulare Aufstockung. Warum das Projekt als Modell gilt.
24.04.2026 17:30 Uhr

Mit dem Richtfest für den zweiten Bauabschnitt hat die Gewobau Erlangen einen weiteren Meilenstein bei einem umfangreichen Quartiersprojekt in Erlangen-Süd erreicht. Gemeinsam mit dem Bayerischen Bauminister, Christian Bernreiter, sowie weiteren Gästen aus Politik, Verwaltung und Bauwesen wurde der Baufortschritt gewürdigt. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann konnte aus terminlichen Gründen nicht teilnehmen, übermittelte aber vorab ein Statement.

Das Vorhaben verbindet die energetische Modernisierung bestehender Gebäude mit zusätzlichem Wohnraum durch modulare Aufstockung, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. Insgesamt werden in drei Bauabschnitten 463 Bestandswohnungen saniert. Ergänzend entstehen 176 neue Wohnungen, davon 164 im Rahmen der Einkommensorientierten Förderung, kurz EOF. Diese Förderung ist ein Instrument des Freistaats Bayern, um bezahlbare Mieten auch für Haushalte mit mittleren Einkommen zu sichern.

Die neuen Wohnungen sollen unterschiedliche Lebenssituationen abdecken. Geplant sind Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen, die überwiegend einkommensorientiert gefördert werden. Der nun gefeierte Bauabschnitt 2 umfasst 72 EOF-geförderte, barrierefreie Wohnungen. Sie sollen Anfang 2027 bezugsfertig sein, heißt es weiter.

Hinzu kommt ein viergeschossiges Quartiersparkhaus mit 144 Stellplätzen

Bereits abgeschlossen sind die Sanierungsarbeiten im ersten Bauabschnitt; die Aufstockung dort befindet sich in Vorbereitung. In den Bauabschnitten 2 und 3 setzt die städtische Wohnungsbaugesellschaft gemeinsam mit der Niersberger Wohn- und Anlagenbau GmbH & Co. KG die serielle Sanierung von 341 Wohnungen sowie die Aufstockung um 120 neue Wohnungen um. Im dritten Bauabschnitt wurden 48 neue Wohnungen, davon 44 EOF-gefördert, bereits im Frühjahr 2026 fertiggestellt.

Ergänzt wird das Wohnprojekt durch ein viergeschossiges Quartiersparkhaus mit 144 Stellplätzen. Vorgesehen sind dort private und öffentliche E-Lademöglichkeiten sowie ein Carsharing-Angebot. Auch die Freianlagen werden neu gestaltet und aufgewertet. Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität im Quartier zu verbessern und die vorhandene Infrastruktur stärker zu nutzen.

Gewobau-Geschäftsführer Tobias Stöhr bezeichnete die Verbindung aus serieller Sanierung und Aufstockung als Möglichkeit, dem gesellschaftlichen Auftrag nach bezahlbarem Wohnen nachzukommen. Die überwiegend geförderten Wohnungen seien ein wichtiger Bestandteil dieser Strategie. Philipp Striegel, der zum 1. April 2026 die technische Geschäftsführung der Gewobau Erlangen übernommen hat, verwies auf den Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung. Durch serielle Aufstockung könnten bestehende Gebäude gezielt erweitert und zusätzlicher Wohnraum in vorhandenen Quartieren geschaffen werden.

Volleth: Zusätzlicher Wohnraum, ohne neue Grundstücke zu versiegeln

Auch aus Sicht der Stadt hat das Projekt besondere Bedeutung. Erlangens zukünftiger Oberbürgermeister und derzeitige Gewobau-Aufsichtsratsvorsitzende, Jörg Volleth, betonte, dass zusätzlicher Wohnraum entstehe, ohne neue Grundstücke zu versiegeln. Für eine Stadt mit hoher Wohnraumnachfrage und geringen Flächenreserven sei dies ein entscheidender Schritt. Zugleich würden bestehende Ressourcen effizienter genutzt und gewachsene Quartiere gestärkt.

Bauminister Christian Bernreiter hob hervor, dass mit dem Projekt zusätzlicher Wohnraum dort geschaffen werde, wo Infrastruktur bereits vorhanden sei. Zugleich werde der Bestand energetisch modernisiert. Der Freistaat unterstütze solche Vorhaben gezielt über die Wohnraumförderung. Das Projekt zeige, wie Wohnungsbau, Klimaschutz und Flächeneffizienz zusammengedacht werden könnten.

Innenminister Joachim Herrmann erklärte in seinem übermittelten Statement, die Staatsregierung habe sich zum Ziel gesetzt, den sozialen Wohnungsbau zu fördern und damit die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger zu verbessern. Wohnungsbau sei eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe. Das Erlanger Projekt zeige, dass innovative Lösungen auch konkret vor Ort ankommen könnten.